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FEATURE/1099: WDR 3 - Die Sklaven von Mauretanien. Mit Gospel für die Freiheit, 15. + 16.9.2018 (WDR)


Westdeutscher Rundfunk Köln (WDR) - Programmtip

Die Sklaven von Mauretanien - Mit Gospel für die Freiheit

WDR 3 Kulturfeature
Von Thilo Guschas und Mahmoud Tawfik
Produktion: WDR/NDR/SWR 2018
Samstag, 15.09.2018, 12.04 - 13.00 Uhr, WDR 3
(Wdh.) | 16.09.2018, 15.04 - 16.00 Uhr, WDR 3


Als 11-jähriger floh Mokhtar vor seinen Herren. Jetzt ist er 17 und will auch seine Mutter aus der Sklaverei befreien. Die sträubt sich, kennt kein anderes Leben, hält Sklaverei für gottgegeben. Im Weg steht ihr ein Jahrhunderte altes Weltbild.

Das Feature steht nach der Sendung befristet zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Bis heute ist in der Islamischen Republik Mauretanien Sklaverei weit verbreitet. Bis zu 10 Prozent der Bevölkerung soll versklavt sein. Genaue Zahlen gibt es nicht. Trotz des offiziellen Verbots von 1981 wird Sklaverei nicht geahndet. Eine arabische Herrscherschicht unterdrückt in der westafrikanischen Republik ihre schwarzhäutigen Mitbürger, behandelt sie wie ihr Eigentum. Ethmane war einmal ein solcher Sklavenhalter. Mit sieben Jahren wünschte er sich anlässlich seiner Beschneidung einen Sklaven und bekam wie selbstverständlich einen kleinen, schwarzhäutigen Jungen geschenkt. Erst als der Sklavenhalter zufällig von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit hörte, veränderte sich sein Weltbild. Die Ideale der französischen Revolution, von denen er zuvor nie gehört hatte, wurden für ihn zum Erweckungserlebnis, und er wollte seinen Sklaven gehen lassen. Doch so einfach, wie Ethmane sich das vorstellte, ging das nicht...

Sklaverei ist in der Islamischen Republik Mauretanien ein Tabuthema, Medienberichte darüber werden unterdrückt. Nur abends in den Slums, wenn die Leute "Madh" singen, eine Art islamischer Gospel, wird auch die Sklaverei zum Thema. Die Liedtexte senden eine Doppelbotschaft: Sie loben den Islam und kritisieren subtil die Herren - rufen gar auf zum Widerstand. Für den Jungen Mokhtar, der sich über das Verbot seiner Herren hinweg setzte und heimlich zum "Madh" schlich, wurden sie zum Erweckungserlebnis.

Mit Hilfe von Social Media versuchen die mauretanischen Sklaven "Madh" inzwischen auch über die Grenzen ihres Landes hinaus populär und bekannt zu machen - und damit auch das Thema Sklaverei.


Sklaverei | planet-wissen
https://www.planet-wissen.de/geschichte/menschenrechte/sklaverei/index.html

Internetseite der Initiative Teranim, die die Musikform "Madh" fördert - arabisch
http://teranim.org/

Internetseite der Bewegung für die Wiederbelebung des Abolitionismus in Mauretanien (IRA) - französisch
http://www.iramauritanie.org/une-famille-separee-par-lesclavage-en-mauritanie/

Redaktion: Dorothea Runge

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Quelle:
Programmtip vom 13. September 2018
Herausgeber:
Westdeutscher Rundfunk Köln (Anstalt des öffentlichen Rechts)
Appellhofplatz 1, 50667 Köln
Postanschrift: 50600 Köln
Pressestelle - Telefon: 0221/220-7100
E-Mail: wdrpressedesk@wdr.de
Internet: www.wdr.de


veröffentlicht im Schattenblick zum 14. September 2018

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