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ORF - ORF1/1076: Woche vom 19.01. bis 25.01.2019


Radioprogramm ORF1 – 4. Woche vom 19.01. bis 25.01.2019


Samstag, 19. Januar 2019


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:56 Gedanken für den Tag
"Deutung des Weltganzen". Der katholische Theologe Franz Josef Weißenböck stellt Fragen wie "Was ist Religion?", "Haben alle Menschen Religion?", "Verändert sich Religion?" –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Was ist "Zeit"?, fragt Augustinus in seinen "Bekenntnissen". Und er stellt fest: "Wenn mich niemand danach fragt, weiß ich es; will ich es einem Fragenden erklären, weiß ich es nicht." Ganz ähnlich ist es mit "Religion". Jede und jeder weiß, was damit gemeint ist. Aber wer könnte erklären, was Religion genau ist?

Viele Definitionen und Umschreibungen gibt es – aber keine allgemein anerkannte. Haben alle Menschen "Religion", von den Anfängen der Menschheit bis in die fernste Zukunft? Wenn alles sich ändert, ändert sich dann auch die Religion? Fragen, die der katholische Theologe Franz Josef Weißenböck anlässlich des "Welttages der Religionen" stellt, der am 20. Jänner begangen wird.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Pasticcio


08:55 Heimspiel


09:00 Nachrichten


09:05 Hörbilder
Der Knochenmann. Die jenseitige Welt des Anthropologen Karl Großschmidt.
Von Ernst Weber.

"Knochen lügen nicht", sagt Karl Großschmidt – und er muss es wissen. Wo Knochen untersucht werden, ist der weltweit anerkannte Anthropologe zugegen: Auf historischen Friedhöfen und antiken Gräberfeldern, in Gruften von Pfarrkirchen, in Kriegsgräbern oder beim Hausbau – wenn die Besitzer auf Zufallsfunde stoßen. In St. Pölten, am Domplatz, hat er bisher mehr als 17.000 Skelette untersucht.

Der Anthropologe stellt Alter und Geschlecht der Verblichenen fest, er kann erkennen, unter welchen Krankheiten sie litten, er sieht manchmal auch, woran sie starben. Und er zieht Rückschlüsse auf deren Lebensweise. Römische Gladiatoren etwa seien keine Muskelmänner, sondern dicke Vegetarier gewesen, die sich von Bohnen und Getreide ernährt hätten. Das hat er aus dem Gebein der Berufskämpfer aus einem Friedhof in Ephesos gelesen.

Knochen sind auch im privaten Alltag von Karl Großschmidt allgegenwärtig: Das Gebein des berühmten Minnesängers Neidhart von Reuental etwa untersuchte er daheim am Küchentisch, seine Familie begleitete ihn zu Grabungen in die Türkei. Sein Haus im Weinviertel wird ausgebaut – um Platz für Knochen zu schaffen, die an der Medizin Universität Wien nicht mehr gelagert werden können.

Ton: Anna Kuncio
Redaktion: Eva Roither


10:00 Nachrichten


10:05 Ö1 Klassik-Treffpunkt
Live aus dem RadioCafe in Wien. Gast: Hermann Schneider.
Präsentation: Helmut Jasbar

Als Intendant des Landestheaters Linz (umfasst Musiktheater, Schauspielhaus, Kammerspiele und Junges Theater), befindet sich Hermann Schneider mitten in seiner dritten Spielzeit. Im Gespräch mit Helmut Jasbar in einem "Ö1 Klassik-Treffpunkt" werden sowohl die zwei vergangenen Spielzeiten als auch die laufende Thema des Gesprächs sein. Morgen z.B. hat auf der kleinen Bühne des Musiktheaters Franz Schuberts "Winterreise" in einer Inszenierung von Hermann Schneider Premiere. Martin Achrainer wird den Liederzyklus (24 Lieder nach Gedichten von Wilhelm Müller) interpretieren.

Hermann Schneider wurde 1962 in Köln geboren; seine Studien (Germanistik, Philosophie, Musik- und Theaterwissenschaften) absolvierte er in Tübingen und München. Während seiner Studienzeit assistierte Schneider bereits an verschiedenen deutschen Theatern, sowohl im Schauspiel als auch im Musiktheater und sammelte Erfahrungen als Regieassistent und Spielleiter am Stadttheater Aachen, 1990 debütierte er dort als Opernregisseur. Seither erarbeitete er mehr als 50 Inszenierungen in beiden Sparten in Deutschland, Wien, London, Frankreich. Nach Stellen als Chefdramaturg, Regisseur und dann Intendant am Theater Eisenach folgte die Leitung des Studios der Deutschen Oper am Rhein und von 2004 bis Ende 2015 die Intendanz des Mainfranken Theaters in Würzburg.

Lehraufträge an den Musikhochschulen von Köln/Aachen und Düsseldorf sowie eine Professur und die Leitung der Opernschule an der Musikhochschule in Weimar waren weitere Funktionen von Hermann Schneider, der regelmäßig beratend mit internationalem Opernnachwuchs in Montreal arbeitet und auch als Autor von Libretti in Zusammenarbeit mit Komponisten wie u.a. Michael Obst, Anton Plate und Klaus Schulze in Erscheinung tritt.

Ö1 lädt Interessierte ein, live im RadioCafe oder an den Empfangsgeräten den "Klassik-Treffpunkt" mit Helmut Jasbar und seinem Gast Hermann Schneider mit zu verfolgen.


11:35 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:40 help – das Ö1 Konsumentenmagazin


12:00 Ö1 Mittagsjournal


12:56 Ö1 heute


13:00 Le week-end
Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib


14:00 Ö1 Hörspiel
"Rausch". Von August Strindberg. Mit Michael Heltau, Eva Orler, Hilde Mikulicz, Wolfgang Stendar, Branko Samarovski, Susi Nicoletti, Eduard Dossovel und Jörg Hube. Ton: Josef Adelberger. Übersetzung: Heinrich Goebel. Bearbeitung und Regie: Klaus Gmeiner (ORF-Salzburg 1971).

Das Ende des 19. Jahrhunderts entstandene Schauspiel "Rausch" ist bis heute eines der meistgespielten Stücke des schwedischen Autors August Strindberg. Es schwankt zwischen Dramatik und Komödie und zeigt expressionistische Anklänge, es handelt von Verführung, Verantwortung, Reue und Verzeihung. "Rausch" ist ebenso sehr Künstlerdrama wie Liebesgeschichte und moralphilosophische Abhandlung.

Klaus Gmeiners Hörspielinszenierung konzentriert sich auf das Wesentliche: Strindbergs mitreißende Geschichte und seine glasklare Sprache.


15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Klassik
mit Gerhard Krammer. Streichende Variationen zum Cembaloklang. Johann Sebastian Bach: Goldberg-Variationen, in der Bearbeitung für Streichtrio von Dmitri Sitkowetski (Pekka Kuusisto, Lily Francis, Nicolas Altstaedt). Aufgenommen beim Kammermusikfest Lockenhaus 2017.

Dass die Goldbergvariationen zur fürstlichen nächtlichen Zerstreuung verfasst worden wären, wird mittlerweile quasi in den Teilen der musikalischen Welt in den Bereich "gutes Gerücht" gegeben. Fest steht, dass die Veränderungen über eine "Aria" und ein finales Zurückkehren dorthin zu den kompositorischen Schlüsselstücken wie Meilensteinen von Johann Sebastian Bach zu zählen sind.

Dabei stellt sich in der Interpretation dann schon immer wieder die Frage: Cembalo oder Klavier = 2 Manuale, die übereinanderliegen, oder eine große schwarzweiße Klaviatur? Damit wir uns nicht gleich selbst in ein Entscheidungsdilemma manövrieren, wählen wir elegant die angebotene Exit-Türe und warten neugierig auf eine Streichtrioversion. Ergänzend dazu soll Bach für Klaviatur im Original natürlich auch nicht fehlen!


16:57 Ö1 heute


17:00 Nachrichten


17:05 Diagonal – Radio für Zeitgenoss/innen
Greatest Hits IV: Zwischen Protokoll und Poesie. Zum Thema Tagebuch.
Präsentation: Ines Mitterer

* Anschl.: Diagonals Feiner Musiksalon.

15.April 18; Sonntag, bewölkt, 18 Grad.
Musste mir heute Gedanken über das Tagebuch schreiben machen, weil Sendung demnächst, und das Programmheft braucht einen Text.

"Schreiben Sie so ehrlich Tagebuch, dass Sie im Boden versinken würden, wenn es jemand zu lesen bekäme, so erhalten Sie Zugang zu ihrem Unterbewusstsein", lese ich am Vormittag in einem Interview mit Schauspielguru Ivana Chubbuck in der Süddeutschen Zeitung. Das rät sie allen, nicht nur ihren Schülern, Hollywoods Superstarmimen von Brad Pitt bis Halle Berry.

Geheim, privat, entlarvend, schmerzhaft, peinlich – Texte mit Schlüssel. Zum Wegsperren vor den Anderen, zum Erschließen der Psyche für die Schreiberin, den Schreiber selbst. Texte für dunkle Kämmerchen nicht für die große Arena. Dorthin kommen Tagebücher (die wirklich geheimen) erst nach Ableben ihrer Verfasser: Anne Frank oder Joseph Goebbels, Anais Nin oder Ludwig Wittgenstein. Ihr Versprechen: Authentizität. Ehrlichkeit. Das nackte Ich.

Literarisch geht es natürlich auch. Bestes Beispiel: Karl Ove Knausgards "Kampf" in sechs Bänden, in dem er seinen Alltag mit allen Erlebnissen, Erkenntnissen, Eindrücken und Erniedrigungen so genau schildert, dass jeder Geheimtagebuchschreiber vor Neid erblassen muss. Leitmotiv wie bei Baudelaire, Kafka, Pavese, Pessoa: seelischer Schmerz, umgewandelt in feinste Literatur. Und sonst? Sind die Tagebücher von heute nicht fotografisch? Instagram? Facebook? Ein Bild sagt mehr als tausend Worte? Wirklich? Fürs Protokoll vielleicht – für das Knacken der Nüsse, die uns das Leben so vor die Füße wirft, hmmmm?! Das Wort-an-Wort-Fügen, immer schön eines nach dem anderen, hat schon etwas Ordnendes. Zumindest, wenn es um einen Text fürs Ö1 Programmheft geht. Spazieren gegangen, die Sonne genossen.

Erstausstrahlung: 30. Juni 2018


19:00 Nachrichten


19:05 Logos – Glauben und Zweifeln
"Was glauben Sie?" Woran sie glaubt und zweifelt erzählt die Ordensfrau und Autorin Melanie Wolfers. –
Gestaltung: Johannes Kaup

Die 1971 in Norddeutschland an der dänischen Grenze geborene Philosophin und Theologin Melanie Wolfers ist eine der bekanntesten christlichen Autorinnen im deutschsprachigen Bereich. Im Alter von 18 Jahren hatte sie eigentlich andere Berufsvorstellungen und wollte entweder Biolandwirtin, Flötistin, oder Ärztin und Biologin werden. Doch es kam anders: Sie studierte Theologie und Philosophie in Freiburg und München und promovierte zur Doktorin in theologischer Ethik. Zunächst wurde sie Student/innen-Seelsorgerin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Warum dieser Schwenk? – Wenn sie heute zurückblickt, dann sind es die großen Fragen des Lebens, die sie umtreiben, Fragen, in denen es um die eigene Person, um das Miteinander und um die ganze Menschheit geht.

2004 kam sie nach Wien und trat in den Orden der Salvatorianerinnen ein: "Mein Lebensentwurf als Ordensfrau ermöglicht mir, gemeinsam mit anderen das zu leben, worauf es mir ankommt: Wir pflegen einen einfachen Lebensstil, setzen uns in vielfältiger Weise für eine menschengerechtere Welt ein und unterbrechen unseren oft viel zu schnellen Alltag mit regelmäßigen Zeiten der Stille und des Gebets. – All dies hilft mir, mich stets neu zu öffnen für das Leben in seiner Fülle. Eine Fülle, die mich manchmal überwältigt und die ich oft schmerzhaft vermisse. Gott ist für mich der Name für die Überfülle an Leben und Lieben, die auf uns wartet".

Melanie Wolfers gründete IMpulsLEBEN, ein Angebot für junge Erwachsene auf der Suche nach Lebensorientierung und sozialem Engagement. Neben ihrer Aufgabe als Exerzitienleiterin begann sie Bücher zu schreiben, weil es ihr Wunsch war, einem größeren Adressatenkreis einen "Raum der Nachdenklichkeit" zu öffnen und zu einem gelingenden Leben zu verhelfen. Das gelang auf Anhieb und ihre ersten Bücher wurden sogar zu Bestsellern. Ihr jüngstes Buch heißt "Trau dich, es ist dein Leben. Die Kunst, mutig zu sein" (bene! Verlag 2018). In ihrer langjährigen Beratungspraxis sind der Theologin und Seelsorgerin viele Menschen begegnet, deren Lebensgefühl sich so beschreiben lässt: "Ich habe es eigentlich satt, immer nur vorsichtig, quasi unter Vorbehalt zu leben. Ängstlich einen Fehler zu machen. Mich lieber anzupassen, statt anzuecken. Ich will mutig und angstfrei leben! Aus ganzem Herzen." Diesem Lebensgefühl spürt Melanie Wolfers in ihrem Ratgeber empathisch nach und vermittelt Klarheit und Orientierung für das eigene Leben.

Johannes Kaup hat die Ordensfrau und Autorin im Kloster der Salvatorianerinnen in Wien besucht und sie gefragt, woran sie glaubt und zweifelt.


19:30 Resonanzen 2019 (Dolby Surround)
The Sixteen, Dirigent: Harry Christophers; Katherine Watson, Sopran; Robert Murray, Tenor.
Georg Friedrich Händel: a) Ouvertüre zu "Jephta" HWV 70; b) Foundling-Hospital-Anthem "Blessed are they, that considereth the poor" HWV 268; c) Ode for St. Cecilia's Day HWV 76 (Übertragung aus dem Großen Konzerthaussaal Wien in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Gerhard Hafner


22:00 Nachrichten


22:05 Nachtbilder – Poesie und Musik
"Eine Membran sind wir". Von Günther Kaip. Es liest: Markus Meyer.
Gestaltung: Nikolaus Scholz
Redaktion: Edith-Ulla Gasser

"Heute den Vater ins Futteral genäht / er soll nicht frieren / mit Moosbüscheln ausgelegt / er soll weich liegen / im Handteller der Kompass". Es sind schlichte, bildstarke Gedichte zum Tod des Vaters, die Günther Kaips Lyrikband enthält: "Also bist du gestorben / sieh nur / die Wolken bewegen das Meer". "Literatur auf kleinstem Raum" ist Günther Kaips Spezialität. Lange Zeit war es die Gattung der ebenso anmutigen wie schrägen Prosa-Miniatur, der sich der aus Oberösterreich stammende Wiener Autor verschrieben hatte.

In seinen späteren Büchern transformierte Kaip das Genre der poetischen Prosa mehr und mehr in die Richtung einer klassischeren Gedichtform, die er in diesem Band vervollkommnete: "Der Saum des Meeres schwitzt unter der sengenden Sonne / Ein Flugzeug stürzt vom Himmel / bringt den Sand zum Glühen". Geblieben ist in diesen Gedichten Günther Kaips Vorliebe für die lyrische Wahrnehmung des eigenen Körpers als Teil einer Weltumgebung voll eingewobener Traumsequenzen: "Durchgänge öffnen sich / Glocken schlagen die Ankunft / in den Korridoren der Kindheit /die mit baumelnden Beinen / schon auf den Klippen sitzt".


23:00 Nachrichten


23:03 Die Ö1 Jazznacht
5 Millionen Pesos: Pianist Elias Stemeseder im Studio und im Wiener RadioCafe.
Gestaltung: Andreas Felber

Der aus Elixhausen bei Salzburg stammende Pianist Elias Stemeseder wurde vor zehn Jahren, im zarten Alter von 18, vom vielgefragten New Yorker Schlagzeuger Jim Black "entdeckt" und ist seither Teil seines Trios. Ab 2010 in Berlin, seit 2015 auch in New York beheimatet, hat sich Stemeseder seither in verschiedensten avancierten Improvisationskontexten einen guten Namen gemacht und kann u. a. auf Kollaborationen mit John Zorn, Greg Cohen, Anna Webber sowie Lucia Cadotsch & Speak Low verweisen. Als Solist, als der er 2018 auch beim Outreach-Festival in Schwaz und beim Jazzfest Berlin gastierte, arbeitet Stemeseder mit Strukturen und Stimmungen. Und mit Materialmodulen, die zu verschiedenen Zeiten in unterschiedlichsten Aggregatzuständen auftauchen und verarbeitet werden können, um so eine überraschungsreiche, unkalkulierbare und zugleich ideenpralle Performance zu ermöglichen. Andreas Felber präsentiert das Solokonzert, das Elias Stemeseder am 18. Jänner im Rahmen der Reihe "5 Millionen Pesos" im Wiener RadioCafe gab, und bittet diese große Zukunftshoffnung des österreichischen Jazz zum Gespräch.

*

Sonntag, 20. Januar 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Die Ö1 Jazznacht
(Fortsetzung). 5 Millionen Pesos: Pianist Elias Stemeseder im Studio und im Wiener RadioCafe.
Gestaltung: Andreas Felber

dazw. 01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten

Der aus Elixhausen bei Salzburg stammende Pianist Elias Stemeseder wurde vor zehn Jahren, im zarten Alter von 18, vom vielgefragten New Yorker Schlagzeuger Jim Black "entdeckt" und ist seither Teil seines Trios. Ab 2010 in Berlin, seit 2015 auch in New York beheimatet, hat sich Stemeseder seither in verschiedensten avancierten Improvisationskontexten einen guten Namen gemacht und kann u.a. auf Kollaborationen mit John Zorn, Greg Cohen, Anna Webber sowie Lucia Cadotsch & Speak Low verweisen.

Als Solist, als der er 2018 auch beim Outreach-Festival in Schwaz und beim Jazzfest Berlin gastierte, arbeitet Stemeseder mit Strukturen und Stimmungen. Und mit Materialmodulen, die zu verschiedenen Zeiten in unterschiedlichsten Aggregatzuständen auftauchen und verarbeitet werden können, um so eine überraschungsreiche, unkalkulierbare und zugleich ideenpralle Performance zu ermöglichen. – Andreas Felber präsentiert das Solokonzert, das Elias Stemeseder am 18. Jänner im Rahmen der Reihe "5 Millionen Pesos" im Wiener RadioCafe gab, und bittet diese große Zukunftshoffnung des österreichischen Jazz' zum Gespräch.


06:00 Nachrichten


06:05 Guten Morgen Österreich


06:30 Uhr Nachrichten


06:55 Zwischenruf


07:00 Nachrichten


07:05 Lebenskunst – Begegnungen am Sonntagmorgen
Lebensweisen – Glaubenswelten. Ein Panorama am Sonntagmorgen mit Reportagen und Berichten aus der Welt der Religion und Religionen


08:00 Ö1 Journal um acht


08:10 Ö1 heute


08:15 Du holde Kunst
"Das Lebensrätsel noch ungeklärt". Es liest Elisabeth Orth.
Gestaltung: Edith Vukan und Michael Blees.
Bearbeitung: Gudrun Hamböck.

Die Flüchtigkeit und Beiläufigkeit von Individualität und Identität und das Leben als Sich-Erfinden und Erfunden-Werden – Gedichte von Wislawa Szymborska, Jeannie Ebner, Eva Strittmatter, Rose Ausländer, Hilde Domin und Erika Mitterer; Musik von Robert Schumann, Jean Sibelius, Richard Strauss, Carl Baermann und Hermann Goetz.


09:00 Nachrichten


09:05 Gedanken
"Wer ist Täter? Wer ist Opfer? Wer ist gut? Wer ist böse? Je mehr man sich damit beschäftigt, umso schwieriger ist es, eine Antwort darauf zu finden." Die in Österreich arbeitende Filmemacherin, Autorin und Produzentin Sudabeh Mortezai gibt Einblicke in Ausbeutungssysteme von Frauen.
Gestaltung: Petra Erdmann

Die Regisseurin mit iranischen Wurzeln holt die harsche Wirklichkeit immer wieder erfolgreich, sensibel und packend in die Kinos. Ihr aktueller Spielfilm "Joy" wurde mit vielen renommierten internationalen Festivalpreisen ausgezeichnet.

Ihre fiktiven Geschichten über Minderheiten und brandaktuelle gesellschaftliche Ausgrenzung sitzen wie ein harter Schlag aus der Realität. Der ungeschönte und konzentrierte Blick im Kino fernab von Multikulti-Klischees ist die Spezialität der im deutschen Ludwigsburg geborenen Sudabeh Mortezai. Vielleicht auch deshalb, weil Sudabeh Mortezai in Wien und Teheran aufgewachsen ist und in Los Angeles Film studiert hat.

Schon in ihrem Spielfilmerstling "Macondo", der 2014 im Wettbewerb der Berlinale lief, ist es Sudabeh Mortezai gelungen, einen tschetschenischen Jugendlichen aus der Wiener Flüchtlingssiedlung zu porträtieren, ohne dabei einen Stereotypen-Topf zu bedienen. In ihrem Kinodebüt vor knapp zehn Jahren hat Mortezai mit dem Dokumentarfilm "Im Bazar der Geschlechter" die im Iran weit verbreitete Praxis der Zeit-Ehe im schiitischen Islam dokumentiert. In der zeitlich abgemachten und begrenzten Verbindung kann so u.a. eine eingeschränkte Sexualität vereinbart werden.

In ihrem aktuellen Spielfilm "Joy" erzählt Sudabeh Mortezai von unfreiwilligem Sex und einmal mehr von weitgehend unbekannten perfiden Repressionen. Im Zentrum stehen nigerianische Frauen in Wien, die, nachdem sie sich aus der Zwangsprostitution befreien konnten, selbst zu Zuhälterinnen werden. Es hat sich längst ein brutales Machtsystem etabliert, wo Opfer selbst zu Täterinnen werden. Sobald die Prostituierten es geschafft haben, ihre "Schulden" abzuarbeiten, die nicht selten Fantasiesummen bis zu 60.000 Euro betragen, wollen sie den Spieß umdrehen. Nun schicken sie, als "Madame", ankommende Mädchen auf den Strich.

Mit Leinwandklischees zu heiklen Themen hat die international viel beachtete Sudabeh Mortezai wenig am Hut. Ihre Arbeiten entstehen durch akribische Recherchen, im improvisierten Dialog und stets in Zusammenarbeit mit Laiendarstellerinnen aus den beschriebenen Milieus. "Eine meiner ersten Fragen war: 'How do you feel about this subject?' Viele der Frauen, die zum Casting gekommen sind, antworteten: 'Das ist ja meine Geschichte' und begannen sofort zu erzählen." – "Joy" läuft am 18. Jänner 2019 in den österreichischen Kinos an.


10:00 Nachrichten


10:05 Ambiente – von der Kunst des Reisens
Ambiente Spezial: Nationalparks, Tradition und Hightech – eine Ö1 Studienreise durch Südkorea. Von Ernst Weber.

Seoul ist eine pulsierende Metropole mit Hochhausschluchten und leuchtenden Neonbildschirmen, dazwischen liegen jahrhundertealte Paläste und quirlige Märkte. Die 10-Millionen-Einwohner-Stadt hat eine effiziente Infrastruktur, bewaldete Parkanlagen und einen Notfallplan für einen Konflikt mit dem benachbarten Nordkorea. Bustouren führen in die "demilitarisierte Zone" – das Niemandsland, das die beiden Staaten trennt – und geben Einblicke in den Kalten Krieg, den die verfeindeten Bruderstaaten kultivieren: Stacheldrähte, Minen, Wachtposten und Panzersperren, dazwischen ein vier Kilometer breiter Pufferkorridor, der die beiden Staaten trennt.

Jeder männliche Südkoreaner muss einen zwei Jahre langen Militärdienst leisten. Die meisten Südkoreaner jedoch fühlen sich sicher und haben keine Sorge vor eventuellen Konflikten mit dem Nachbarn – trotz nuklearer Bedrohung. Junge Besucher/innen aus aller Welt kommen übrigens wegen "K-Pop" nach Seoul, der besonders in Asien berühmten koreanischen Popmusik. Im vornehmen Stadtteil Gangnam südlich des Han Flusses entstand der sogenannte "Gangnam Style" – eine Spielart der koreanischen Popmusik, die durch Talentagenturen gefördert und entwickelt wird.

Ruhe und Entspannung findet man im Seoraksan-Nationalpark im Osten des Landes: Kristallklare Bäche, dichte Wälder, schneebedeckte Berge und einsame Tempel prägen den Park, durch den Wanderwege führen die man nicht verlassen darf. Der Seoraksan-Gebirgszug, eine Ansammlung von zerklüfteten Gipfeln, erstreckt sich über einen großen Teil der koreanischen Halbinsel. Für Sicherheit ist auch entlang der Wanderwege gesorgt: Lautsprecher informieren über eventuelle Gefahren oder aufziehende Gewitter. Um Sicherheit ist man auch in Hotels besorgt: Ab dem zweiten Stock eines Hotels gibt es Notfallsausrüstungen, die unter anderen einen Hammer zum Zerschlagen der Scheiben beinhalten und ein genügend langes Seil zum Abseilen aus dem Fenster. Ausgangspunkt für Touren in den Nationalpark ist das am Ostmeer gelegene Fischerstädtchen Sokcho: Überall hängen Tintenfische zum Trocknen auf Leinen, auf Fischmärkten wählt man lebende Fische aus dem Aquarium, die in einem der vielen Restaurants zubereitet werden.

Ländliche Idylle prägt das Hahoe Folk Village in der Nähe der Stadt Andong: Das Hahoe Folk Village hat seine Wurzeln im 14. und 15. Jahrhundert und zählt zum UNESCO Welterbe. Das historische Dorf liegt in einer großen Schleife des Nakdonggang Flusses, es besteht aus stroh- und ziegelgedeckten Bauernhäusern und gilt als lebendiges Symbol alter aristokratischer Konfuziuskultur aus der Joseon-Dynastie. Im Rest des Landes bezahlt man in erster Linie bargeldlos; in modernen Wohnungen ersetzt man Schlüssel häufig durch Nummerncodes, die Hausverwaltung meldet sich per Lautsprecher, die in den Wohnzimmern installiert sind.


11:00 Nachrichten


11:03 Matinee
Berliner Philharmoniker, Dirigent: Iván Fischer; Christian Gerhaher, Bariton.
Antonin Dvorák: Legenden op. 59/Nr. 6 und 10 * Hugo Wolf: Lieder nach Gedichten von Johann Wolfgang von Goethe und Eduard Mörike: Hafenspieler I – III; In der Frühe; Der Feuerreiter; Gesang Weylas; Der Rattenfänger; Anakreons Grab * Franz Schubert: Symphonie Nr. 8 C-Dur D 944 (aufgenommen am 20. Dezember 2018 in der Berliner Philharmonie).

Die Lieder von Hugo Wolf sind in ihrer schnörkellosen Direktheit einzigartig. Ihr Anliegen ist nicht die künstlerische Sublimierung von Emotionen, sondern die echte, ungefilterte Expression. Christian Gerhaher, der "führende Liedsänger unserer Zeit" ("The New York Times"), interpretiert hier ausgewählte Goethe- und Mörike-Vertonungen Wolfs. Dirigent Iván Fischer präsentiert zudem die zwischen Idyll und Abgrund lavierende "Unvollendete" Symphonie Franz Schuberts.
(Berliner Philharmoniker)


11:50 (in der Pause) Intermezzo – Künstlerinnen und Künstler im Gespräch


12:10 Matinee
Berliner Philharmoniker, Dirigent: Iván Fischer (aufgenommen am 20. Dezember 2018 in der Berliner Philharmonie).


12:56 Ö1 heute


13:00 Ö1 Sonntagsjournal


13:10 gehört.gewusst. Das Ö1 Quiz
Drei Kandidatinnen und Kandidaten aus ganz Österreich lösen mit Doris Glaser raffinierte Rätsel aus den Bereichen Kultur, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Dabei kann allwöchentlich ein Gutschein für den ORF-Shop im Wert von 150 Euro erspielt werden. Zur Auswahl stehen erlesene Hörbücher, Klassiker aus der Kabarett-Edition, Aufnahmen des ORF Radiosymphonieorchesters, Raritäten aus der Edition "Alte Musik" u.v.m.

Außerdem erhält jede Kandidatin, jeder Kandidat, die Ö1 Club-Mitgliedschaft, ein Jahresabo des Klassik-Streaming-Portals fidelio und eine Grafik aus der Ö1 Talentebörse. Die Besten der Besten spielen am 27. Jänner in einer öffentlichen Superchampions-Runde im Casino Linz um eine Ö1 Flusskreuzfahrt für zwei Personen am Rio Douro in Portugal.

Wenn Sie selber mitspielen wollen, melden Sie sich an unter:
oe1.orf.at/quiz/anmeldung


14:00 Nachrichten


14:05 Menschenbilder
Der Regisseur Joseph Vilsmaier.

Er studierte Klavier, war Mitglied einer Jazz-Band, arbeitete jahrelang als Kameramann beim Film – bis er 1988 mit seinem Regiedebüt, dem Film "Herbstmilch", als Regisseur bekannt wurde. Es folgten erfolgreiche Kinofilme wie "Schlafes Bruder", "Commedian Harmonists", "Marlene", "Nanga Parbat", "Der letzte Zug" und andere. Am 24. Jänner feiert Joseph Vilsmaier seinen 80. Geburtstag.

2009 erhielt er den "Ehren-Kamerapreis" für sein Lebenswerk. Die Jury begründete diese Entscheidung mit Vilsmaiers "Intuition für Lichtstimmungen und Räume und der emotionalen Kraft seiner Bilder."

Vilsmaier, Vater dreier Töchter, war – bis zu ihrem Tod im Februar 2009 - mit der Schauspielerin Dana Vávrová verheiratet, die im Film "Herbstmilch" die Hauptrolle gespielt hatte. Beim Film "Der letzte Zug" hatten sie gemeinsam Regie geführt …

Zuletzt drehte der gebürtige Münchner einen Film über seine bayrische Heimat: "Bavaria – Traumreise durch Bayern". "Man muss beim Filmen auf seine Gefühle vertrauen", sagt Joseph Vilsmaier. "Wenn man zu einem Stoff starke eigene Emotionen hat, dann kann man davon auch in einem Film erzählen."

Gestaltung: Heinz Janisch


14:55 Schon gehört?
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15:00 Nachrichten


15:05 Apropos Oper
Zu Gast im Teatro Regio von Turin. Ausschnitte aus Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Così fan tutte" mit Federica Lombardi (Fiordiligi), Annalisa Stroppa (Dorabella), Andrè Schuen (Guglielmo), Francesco Marsiglia (Ferrando), Lucia Cirillo (Despina) und Roberto de Candia (Don Alfonso), sowie Chor und Orchester des Teatro Regio unter der musikalischen Leitung von Diego Fasolis (aufgenommen am 5. Juli 2018).
Gestaltung: Michael Blees


16:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen
Moderation: Peter Zimmermann

"Ich schreibe anders als ich rede, ich rede anders als ich denke, ich denke anders als ich denken soll und so geht es weiter bis ins tiefste Dunkel". (F.K., Brief an Ottla)

Jeffrey Eugenides: Das große Experiment, Erzählungen, Rowohlt Verlag (Übersetzung: Gregor Hens)

Maria Stepanova: Nach dem Gedächtnis, Roman, Suhrkamp Verlag (Übersetzung: Olga Radetzkaja)

Péter Nádas: Leni weint, Essays, Rowohlt Verlag (Übersetzung: Lacy Kornitzer, Timea Tanko)

Alexander Grau: Kulturpessimismus. Ein Plädoyer, zu Klampen Verlag
Gespräch mit dem Autor

Der lyrische Salon

Jan Wagner: Die Live Butterfly Show, Gedichte, Hanser Berlin

Jugendbuch des Monats


16:55 Ö1 heute


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:10 Spielräume Spezial
Hugh Masekelas Musik zwischen 1966 und 1976.
Gestaltung: Maria Reininger

DER Mister African Jazz, der Trompeter und Flügelhornspieler
Hugh Masekela hat sie zu seinem Lebensende noch selbst zusammengestellt. Nun, ein Jahr nach seinem Tod ist sie erschienen: eine eindrucksvolle Compilation seiner Arbeit von den Anfängen des Exils in New York in den 1960er-Jahren bis zu den Schallplatten aus dem Jahr 1976. Einige wenige der Songs wie "Grasin' in the Grass" waren zu Hits geworden, der Großteil der kreativen Arbeit war Connaisseuren des Jazz zwischen den USA, Südafrika und Westafrika vorbehalten geblieben. Auch Kooperationen mit Fela Kuti – so funky wie anspruchsvoll – gehörten dazu.

In den "Spielräumen" ist ein Querschnitt durch diese 10 Jahre von Hugh Masekelas Schaffen zu hören.


17:55 Schon gehört?
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18:00 Ö1 Abendjournal


18:15 Moment am Sonntag
Und wie man ihn bekämpft. Staub stört immer. Manche Menschen mehr als andere. Für Allergiker kann er lebensgefährlich sein, viele Branchen müssen staubfrei arbeiten. Staub wird verteilt, eingefangen, abgepackt oder als Prüfstaub in Dosen verkauft. Man schüttelt ihn aus dem Fenster und am nächsten Tag ist er wieder da. Über die Methoden, einen der unbeliebtesten Partikel der Welt in den Griff zu bekommen.
Gestaltung: Kathrin Wimmer


19:00 Nachrichten


19:05 Contra – Kabarett und Kleinkunst
Warum nicht? Ein Abend aus Bruchstücken in einem Guss. Uta Köbernick und Stefan Waghubinger beim Schwechater Satirefestival 2019.

Stefan Waghubinger ist Österreicher, lebt aber seit 30 Jahren in Deutschland und betreibt das österreichische Jammern und Nörgeln mit deutscher Gründlichkeit. Uta Köbernick schlägt als scheinintegrierte Deutsche in der Schweiz ihre Ostberliner Wurzeln tief in die Blumentöpfe unserer Vorurteile. Als die beiden gefragt wurden, ob sie gemeinsam auf der Bühne stehen möchten, antworteten sie in der für sie gewohnten Begeisterung mit "Warum nicht?"

So begannen Köbernick und Waghubinger gemeinsam zu arbeiten und kamen der Antwort näher als ihnen lieb war. Warum nicht – diese oft letzten Worte von Chemikern und Alchemisten. – Ein experimentell-multikulturelles Programm deutscher Zunge.


19:30 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


19:33 Ö1 Kunstsonntag: Radiosession
Tenorsaxofonistische Königsdisziplin: Herwig Gradischnig auf Sonny Rollins' Spuren.
Gestaltung: Klaus Wienerroither

Der aus der Steiermark stammende Saxofonist Herwig Gradischnig beging im Dezember 2018 seinen 50. Geburtstag. Nicht zuletzt aus diesem Anlass veröffentlichte der zweifache Hans-Koller-Preisträger kürzlich sein drittes Album als Leader eines Saxofon-Trios. Diese Besetzung mit Bass und Schlagzeug ohne Harmonieinstrument ist mittlerweile so etwas wie die Königsdisziplin für jeden Tenoristen. Gradischnigs "Ghost Trio" besteht – neben ihm selbst - aus dem Kärntner Schlagzeuger Klemens Marktl und dem dänischen Kontrabassisten Morten Ramsbøl.


20:15 Ö1 Kunstsonntag: Tonspuren
Die Nobel-Affäre. Der geheime Briefwechsel zwischen Alfred Nobel und Sofie Hess.
Feature von Nikolaus Scholz

Bis 1976 wurden die 221 in deutscher Sprache geschriebenen Briefe von Alfred Nobel an seine Geliebte Sofie Hess von der schwedischen Nobel-Stiftung unter Verschluss gehalten, ebenso jene 41 Briefe, die der Brummbär – als den er sich selbst bezeichnet – von seinem geliebten Sofiechen erhalten hatte. Das hatte durchaus seinen Grund. Der Briefwechsel zeigt eine unbekannte und zugleich intime Seite des 1833 in Stockholm geborenen Chemikers und Erfinder des Dynamits, und hätte wohl empfindlich am Image des renommierten Wissenschafters gekratzt.

Im Herbst 1876 waren sich die beiden zum ersten Mal in Baden bei Wien begegnet, wo der schwedische Erfinder die wesentlich jüngere Sofie Hess - sie war 26 Jahre alt, Nobel 43 – in einem Blumengeschäft kennen lernte.

2017 erschienen die Briefe erstmal komplett in englischer Übersetzung, herausgegeben von der in Wien geborenen Historikerin Erika Rummel. Rummel, Professorin an der Universität von Toronto, schrieb über ein Dutzend Sachbücher, bevor sie sich ausschließlich dem Schreiben von Romanen in englischer Sprache widmete. Ihr jüngstes Buch "Drei Frauen und Alfred Nobel" spielt im Wien der Jahrhundertwende, und beleuchtet nicht nur die sozialen Zwänge, denen Frauen damals ausgesetzt waren, sondern auch die Kriegstraumata und die ethnischen Spannungen, die zum Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie führten.


21:00 Ö1 Kunstsonntag: Milestones
Ein später Höhepunkt des New Yorker Stride-Piano-Spiels: Willie "The Lion" Smith.
Gestaltung: Michael Neuhauser

In der Vorgeschichte des Jazz taucht als eine seiner Säulen um das Jahr 1885 der Ragtime in den USA auf: durchkomponierte, notierte Instrumentalmusik, verwandt mit der Marschmusik, aber sehr elegant, gelenkig und mit stark synkopiertem Rhythmus gespielt, was ihren afroamerikanischen Ursprung unterstreicht. Erst der frühe Jazz konnte die Blüte des Ragtime ablösen, bewahrte dabei aber auch einen Teil von dessen Erbe, unter anderem im Stride-Piano-Spiel: Dieses wurde Ende der 1910er Jahre im New Yorker Stadtteil Harlem entwickelt, zeichnete sich im Gegensatz zum Ragtime durch höhere Dynamik, flexiblere Tempi, Offenheit für Improvisation und bisweilen auch sehr lyrisches Spiel aus.

Willie "The Lion" Smith war einer der wichtigsten Instrumentalisten und Komponisten dieses Stils. Er hat mit seinen Stücken und seiner Spielweise andere Musiker maßgeblich beeinflusst, etwa auch Duke Ellington oder George Gershwin. Ab 1925 begann Smith Schallplatten aufzunehmen, sowohl solo als auch mit Band, doch es sind seine Aufnahmen vom 10. Jänner 1939, die als seine schönsten und interessantesten gelten dürfen. Zu dieser Zeit hatten der Jazz und das Klavierspiel natürlich längst viele andere Entwicklungen durchgemacht, und dennoch war diese eintägige Aufnahmesession für das Plattenlabel Commodore ein Höhepunkt im Sinne einer vollendenden Verdichtung von Smiths bisherigem künstlerischem Schaffen. Allein am Klavier spielt er sich an diesem Tag in einem Guss durch acht Eigenkompositionen und sechs Standards – nicht angeberisch oder reißerisch, wie es sich beim Stride-Spiel anbieten würde, sondern eher liebevoll, verträumt und bisweilen fast ein wenig impressionistisch.


21:40 Ö1 Kunstsonntag: Neue Texte
"Das Unkraut lacht". Von Vinzenz Dellinger.
Gestaltung: Edith-Ulla Gasser


22:00 Nachrichten


22:05 Ö1 Kunstsonntag: Überblick


22:08 Ö1 Kunstsonntag: Zeit-Ton extended
CTM Festival. Beharrlich transitorisch.
Gestaltung: Susanna Niedermayr

Das Berliner CTM Festival feiert vom 25. Jänner bis zum 3. Februar sein 20jähriges Bestehen und dreht sich dabei um den Begriff Persistence. "Mehr denn je bedroht uns aktuell die Tendenz zu polarisierenden Vereindeutigungen", stellen die drei Festivalleiter Jan Rohlf, Oliver Baurhenn und Remco Schuurbiers im einleitenden Text fest. "Der dagegen notwendige Widerstand steht vor der Herausforderung, zwar hartnäckig zu bleiben, aber nicht, gleichermaßen beharrlich, zu dogmatisieren und damit den Kreislauf der Eskalation zu befeuern." Und sie stellen weiters die Frage: "Können Musik und Kunst uns ( …) Methoden liefern, durch die wir mit einer produktiven, utopischen Art der Beharrlichkeit und Entschlossenheit auf neue gesellschaftliche Horizonte zusteuern können - einer Beharrlichkeit des Transitorischen?"

Bevor wir im "Zeit-Ton" am kommenden Donnerstag gemeinsam mit Rohlf, Baurhenn und Schuurbiers die ästhetischen und soziomusikalischen Entwicklungen der letzten beiden Jahrzehnte reflektieren, werfen wir heute einen punktuellen Blick in das Festivalprogramm.


22:55 Ö1 Kunstsonntag: ZOOM->In


23:00 Ö1 Kunstsonntag: Radiokunst – Kunstradio
Art's Birthday 2018 – Rückblick 1 Radiokunst – Kunstradio, selbst wichtiger Knotenpunkt im weltumfassenden Art's Birthday Netzwerk, präsentiert Auszüge aus den diesjährigen Feierlichkeiten zum Geburtstag der Kunst, sowie eine Reihe an Geschenken, die auf kunstradio.at eingelangt sind.

Der Art's Birthday geht zurück auf ein Konzept des Französischen Fluxus-Künstler Robert Filliou (1926-1987), der den 17. Jänner 1963 als eine millionsten Geburtstag der Kunst festlegte. Die Kunst sei geboren worden als, ein unbekannter Mann einen trockenen Schwamm in einen Kübel voll Wasser fallen ließ. Künstlerinnen und Künstler lassen diesen Moment und die Kunst hochleben, indem sie miteinander vernetzte Geburtstagsfeiern veranstalten. Es gibt Performances und Konzerte, Ständchen und Geschenke, Wunderkerzen und jede Menge Torten.

*

Montag, 21. Januar 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Du holde Kunst

(Wiederholung von 8:15 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Bilder der Seele". Johanna Schwanberg, Direktorin des Dom Museum Wien, über den norwegischen Jahrhundertwendestar Edvard Munch anlässlich dessen 75. Todestages. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Edvard Munchs legendäre Bilder wie der "Schrei" gehören zu den Ikonen der Kunstgeschichte und finden sich auch 75 Jahre nach dessen Tod inflationär vermarktet auf Postern, Tassen und Faschingsmasken. Kein Zufall. Denn die Themen, die der norwegische Jahrhundertwendestar an der Schwelle von Symbolismus und Expressionismus in seiner Kunst erfasste, sind zeitlos und stehen für die tiefsten Empfindungen des menschlichen Lebens in Bezug auf Angst, Tod, Trauer, Sehnsucht, Einsamkeit, Liebe und Eifersucht. Aber nicht nur inhaltlich, auch die künstlerische Arbeitsweise und die Überschreitung von Gattungsgrenzen betreffend, war Munch seiner Zeit voraus und gilt als Pionier der Moderne.

In den "Gedanken für den Tag" spürt Johanna Schwanberg, Kunst- und Literaturwissenschafterin und Direktorin des Dom Museum Wien, dem von Tod und Schicksalsschlägen gekennzeichneten Leben Edvard Munchs nach. Vor allem aber beleuchtet sie einzelne, berühmte wie auch weniger bekannte Gemälde, Druckgrafiken und Zeichnungen des Künstlers. Sie fragt nach der existenziellen Direktheit von Munchs Kunst, die heute wie damals unter die Haut geht, weil sie die Seelenzustände eines Menschen auf unvergleichliche Weise in Farben und Formen zum Ausdruck bringt.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Integrieren
Innovativ denken und handeln (1).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt

Krajanek Neues mit Bekanntem in Verbindung bringen und daraus etwas Eigenes entwickeln gehört zu den genuinen Eigenschaften menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns. Menschen beobachten, sie hören und sie fühlen: ständig nehmen sie Informationen wahr, sortieren, wählen aus und integrieren Relevantes in die vorhandene Wissensbasis. Und je positiver die Gefühle sind, die diesen Prozess begleiten, umso leichter fällt das Lernen, so die Hirnforschung.

Dieser Lernprozess gilt auch für Gesellschaften. Hurrikans verwüsten ganze Landstriche. Hochwasser und Lawinen zerstören Regionen. Mit Dämmen und Wällen sich davor zu schützen, ist nahezu unmöglich. Denn Krisen sind überraschend, ihr Verlauf ist ungewiss. Hier bietet die Konfliktforschung Lösungsansätze an. Lernen die Mitglieder einer Gesellschaft, ihre eigenen Handlungskompetenzen zu erweitern und Unerwartetes in das Bestehende zu integrieren, zeigen sich diese Communities als resilient.

Soziale Innovationen erweisen sich hier als wirkungsmächtig. In einer Wissens und Informationsgesellschaft wiederum sind integratives Denken und Handeln zur Selbstverständlichkeit geworden. Plattformen vernetzen unterschiedliche Denkansätze. Integrative Wissenschaften sind in den Kanon der Universitäten aufgenommen worden. Sie garantieren eine lebendige Forschungslandschaft.


09:30 Radiokolleg – Das Land der Flammen
Aserbaidschan Revisited (1).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Im Jahr 1993 bot sich erstmals die Gelegenheit, die ehemalige Sowjetrepublik Aserbaidschan im Rahmen einer journalistischen Erkundungstour für das Radiokolleg zu besuchen. Damals regierte das Militär, der Ausnahmezustand war verhängt, abends herrschte ab 20 Uhr Ausgangssperre. 25 Jahre später ist Sabine Nikolay an dieselben Orte zurückgekehrt um Nachschau zu halten, was aus dem "Land der Flammen" von damals geworden ist.

Aserbaidschan, dessen Territorium sich von den hohen Bergen des Kaukasus bis an das Kaspische Meer zieht, ist bekannt durch seinen Dauerkonflikt mit Armenien und für seinen Reichtum an Öl, dessen Export dem Land trotz großer wirtschaftlicher Probleme das Überleben sichert. Gab es 1993 zarte Anfänge einer demokratischen Veränderung, wird das Land heute von der Familie Aliyev regiert, die ihm Fortschritt und Modernisierung von oben verordnet: Das führt dazu, dass die Hauptstadt Baku in neuem Glanz erstrahlt und über eine beeindruckende Skyline verfügt. In der Sonne glänzende Hochhäuser prägen die Stadteinfahrt, über der Altstadt, die 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde, leuchten die "Flame Towers": Luxushotel, Bürogebäude und Luxusresidenzen.

Dahinter liegen Wohnviertel, die immer noch nicht renoviert sind. Und viele Häuserblocks aus der Sowjetzeit werden geschliffen, um neue Gebäude mit Blick auf das Meer zu errichten. Im Hinterland hingegen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Dörfer, Weidenflächen und kleine landwirtschaftliche Betriebe bilden einen Gegenpol zur pulsierenden Metropole Baku. Wie leben die Menschen in Aserbaidschan, und wie schaffen sie den Spagat zwischen kulturellen Traditionen und Standortbestimmung in Zeiten der Globalisierung?


09:45 Radiokolleg – Der letzte Schliff
Was ist gutes Audiomastering? (1).
Gestaltung: Hans Groiss

Hören Sie den Unterschied? Klingt "Nothing else matters" von Metallica glasklar oder verwaschen? Warum ist der Sound von Miles Davis' "Kind of Blue" unverwechselbar und einheitlich? Was war das Geheimnis des guten Tons eines Herbert von Karajan und haben Experimental-KomponistInnen wie Beatriz Ferreyra und Pierre Schaeffer ihre Werke nachbearbeitet? Nach der Studioproduktion einer Pop-Band, einem Livekonzert der Wiener Philharmoniker oder einer Jam-Session im Jazzstüberl gibt es meist Aufnahmen von höherer oder niederer Qualität.

Um diese professionell auf Tonträger veröffentlichen zu können, werden die einzelnen Musikstücke abgemischt und gemastert: beim Mischen wird die Balance aller Instrumente zueinander hergestellt – beim Mastering wird der fertige Mix vom Mastering-Engineer in Absprache mit den Musiker/innen und Producern bearbeitet. Mastering ist ein englischer Begriff und bezeichnete in der Musikwelt ursprünglich die Überführung von Musikstücken auf Schallplatte. Heute bedeutet Mastering die Steigerung der Qualität durch einen kreativ-technischen Prozess. Damit Musik auf LP, CD, im Radio oder am Mobiltelefon gut klingt, ist Mastering am Ende einer Musikproduktion mittlerweile Standard. Abhängig vom Musikstil gibt es unterschiedliche Masteringphilosophien: das Angleichen von Lautstärkeunterschieden, das Festlegen von Pausenzeiten zwischen den Musikstücken und die Zusammenführung einzelner Tracks zu einem Album sind subjektive Entscheidungen, die viel Diskussionsstoff liefern. Welche Schritte aber sind nötig, um von einer Komposition oder Improvisation zu einem fertigen Master zu kommen? Wie möchte ich als Musiker/in in der Welt gehört werden:

Glasklar oder dreckig? Aufgeblasen oder subtil? Und: Kann das Mastering verbessern, was bei einer Aufnahme nicht geglückt ist? Studierende des Radioproduktionsseminars der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien besuchen gemeinsam mit Hans Groiss Produktionen aus den Bereichen Klassik, Jazz, Pop und Experimentalmusik und diskutieren mit Expert/innen über Mastering.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Stefan Höfel. Geistliche Vokalmusik von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Bereits mit zehn Jahren erhielt Felix Mendelssohn Bartholdy Harmonielehre-Unterricht. Nur kurze Zeit später komponierte er Fugen zu zwei und drei Stimmen. Seine ersten "Gehversuche" im Bereich der Vokalmusik waren vor allem harmonisierte Choräle. Bis zu seinem Tod werden sich mehr als 50 geistliche Vokalwerke in seinem ?uvre finden, darunter Motetten, Psalmvertonungen oder Kantaten.

Felix Mendelssohn Bartholdy komponierte für die evangelische und die katholische Kirche, für den anglikanischen Gottesdienst und vertonte seinen 100. Psalm "Jauchzet dem Herrn alle Welt" für die Synagoge in Hamburg.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
Ex libris-Nachlese. "Leni weint". Essays von Péter Nádas (aus dem Ungarischen von Lacy Kornitzer und Timea Tanko).
Gestaltung: Peter Zimmermann


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Eva Teimel.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Ton Koopman, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin und der Cellist Jean-Guihen Queyras mit Werken der Familie Bach sowie Joseph Haydn.
Gestaltung: Gerhard Hafner

Seit 15 Jahren verbindet das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin eine enge Zusammenarbeit mit Ton Koopman, dem aus den Niederlanden stammenden Spezialisten für historische Aufführungspraxis.

Am 3. Oktober des Vorjahres führten Ton Koopman und das DSO Berlin bei einem Konzert in der Berliner Philharmonie Werke von Johann Sebastian Bach, Carl Philipp Emanuel Bach und Joseph Haydn zu einem abwechslungsreichen Programm zusammen. Zudem mit dabei: der franko-kanadische Cellist Jean-Guihen Queyras. Er übernahm den Solopart im Konzert für Violoncello und Orchester in A-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach.


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Passagen
IM ZEIT-RAUM: DIE VIELEN FACETTEN DER WOHLTÄTIGKEIT
Der Schriftsteller Ilija Trojanow und der Psychologe Thomas Gebauer im Gespräch mit Johannes Kaup
Aufgenommen am 18. Dezember 2018 im Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses in Wien
Bearbeitung: Haimo Godler

Diese Situation ist uns bekannt: Geben oder nicht geben, helfen oder nicht helfen? Schlechtes Gewissen oder Anstand veranlassen uns, etwas in die Bettlerschale zu werfen; zugleich ahnen wir, mit diesem Akt nichts an den Zuständen verändert zu haben. So kann Unterstützung von außen Menschen zwar ihr Überleben sichern, ihnen eine wirkliche Zukunft aber verhindern, indem jene gesellschaftlichen Verhältnisse stabilisiert werden, die Bedürftigkeit immer wieder aufs Neue entstehen lassen. Viele Spenden, die heute als Antwort auf spektakuläre Katastrophen zustande kommen, sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich zugleich Gleichgültigkeit und Desinteresse breitmachen.

In ihrem Buch "Hilfe? Hilfe! Wege aus der globalen Krise" hinterfragen Trojanow und Gebauer die vielen Facetten der Wohltätigkeit – von den Aktivitäten der Superreichen über die staatlichen Hilfen bis zu lokalen Initiativen. Ausgehend von konkreten Beispielen, die in Originalreportagen aus Sierra Leone, Pakistan oder Guatemala beschrieben werden, durchdenken sie das System des Helfens und zeigen, was funktioniert und was nicht.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Rainer Elstner


17:55 Betrifft: Geschichte
Sport in der Frühen Neuzeit. Mit Martin Scheutz, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien.
Gestaltung: Robert Weichinger

Nach einer landläufigen Vorstellung entstand der "moderne Sport" um 1850 und ist vor allem durch Chancengleichheit im Wettkampf, durch ein verbindliches Regelwerk, durch Verweltlichung, durch bürokratische Organisation und durch eine ständige Jagd nach Rekorden geprägt. Lange Zeit meinte man, in der Frühen Neuzeit damit also keine sportlichen Aktivitäten ausmachen zu können.

Die neuere Forschung zeigt, unter anderem am Beispiel des "real tennis", dass viele dieser Voraussetzungen des modernen Sports aber schon im 16. Jahrhundert gegeben waren. Am Beispiel von Tennis mit einer ersten Tennisregel soll einerseits das Spiel selbst, aber auch die Sportstätten gezeigt werden. Eine erste deutsche Tennisregel wurde 1680 mit dem "Unterricht deß Ballen=Spiels" vorgelegt. Auch der Sportartikelhandel war in dieser Zeit schon weit entwickelt, es war zum Beispiel im 16. Jahrhundert für die adeligen Spieler kein Problem, Rackets und Tennisbälle aus Paris, Neapel oder Mailand zu beziehen.

Adelige und Studenten waren begeisterte Tennisspieler, was sich aber auch als kostenintensiv erwies. Neben dem Tennis wurde auch auf hohem Niveau in Reithallen geritten, der bürgerliche Schießsport blühte zudem in dieser Zeit auf.

Regelwerke und das Errichten von Sportanlagen sorgen dafür, dass wir in der Frühen Neuzeit erste Ansätze einer Institutionalisierung von Sport erleben.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Über die zunehmende Gewalt in Gesundheitseinrichtungen.
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek.

Pressemeldungen von gewalttätigen Übergriffen in Pflegeeinrichtungen häufen sich. Für Menschen, die auf diese Einrichtungen angewiesen sind, sei es als Angehörige oder als Betroffene, löst das Angst und Schrecken aus. Denn ein Lebensbereich, wo Betreuung und Geborgenheit gesucht wird, entpuppt sich als bedrohlich. Patientenanwaltschaft und das 2018 in Kraft getretene Erwachsenenschutzgesetz schaffen hier einen gesetzlichen Rahmen, der Schutzbefohlene auch schützen soll.

Doch die Gewalt in Pflegeeinrichtungen hat auch eine andere Seite. Ärzte wie Pflegepersonen sind regelmäßig mit gewalttätigen Übergriffen seitens der Patient/innen konfrontiert. Hotspots sind geschlossene psychiatrischen Abteilungen, aber auch Altenheime, die schwer demente Menschen beherbergen. Der Umgang mit diesen will gelernt sein. Das Österreichische Pflegenetz bietet hier regelmäßigen Informationsaustausch an. Schulungen im Umgang mit gewalttätigen Patient/innen und eigens entwickelte Deeskalationsprogramme helfen, Aggression zu unterbinden. Ein Schlüsselbegriff ist hier die beziehungsorientierte Kommunikation.

Im Klinikum Schwarzach in Salzburg wiederum wurde ein Kriseninterventionsprogramm entwickelt, das allen Mitarbeiter/innen zur Verfügung steht. Traumatische Erfahrungen aus dem Berufsalltag werden im Team aufgefangen und bearbeitet.


19:30 On stage (Dolby Surround)
Musik aus Andalusien, Amsterdam und Ungarn bei Glatt & Verkehrt in Krems.
Gestaltung: Maria Reininger (Ausstrahlung in Dolby Digital-5.1)

Die siebenköpfige "La Banda Morisca" aus Cádiz brachte am 25. Juli 2018 bei Glatt & Verkehrt mitreißende Musik auf die Bühne der Winzer Krems, inspiriert vom maurischen Erbe Andalusiens, und mit virtuosen Flamenco-Tanz-Einlagen des 18 Jahre jungen Juan Tomás de la Molía. Tags darauf gaben die Freigeister der 1996 gegründeten Amsterdam Klezmer Band ein ebenso gut gelauntes Konzert, für das sie wiederholt die Freunde von Söndörgö auf die Bühne luden: Die Kernkompetenzen dieses Familienquintetts wiederum sind die mandolinenartige Tambura und die Lied-Tradition der serbokroatischen Minderheit Ungarns. Maria Reininger präsentiert die Höhepunkte beider Konzerte.


21:00 Ex libris
Bücher, Menschen, Themen


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Integrieren. Innovativ denken und handeln (1).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Das Land der Flammen. Aserbaidschan Revisited (1).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Der letzte Schliff. Was ist gutes Audiomastering? (1).
Gestaltung: Hans Groiss


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Die Komponistin Zeynep Gedizlioglu im "Zeit-Ton"-Porträt.
Gestaltung: Marie Therese Rudolph.

Die Komponistin Zeynep Gedizlioglu wurde im Mai 2018 mit dem renommierten Heidelberger Künstlerinnenpreis ausgezeichnet. Den vergangenen Herbst verbrachte sie als Composer in Residence in Wien.

Aufgewachsen in Izmir und Istanbul in einer Künstlerfamilie, wusste die heute 41-jährige Zeynep Gedizlioglu bereits früh, dass sie Komponistin werden wollte. Nach ihren Kompositionsstudien in Istanbul entstand der starke Wunsch nach Veränderungen und die Neugier darauf, wie sich diese auf ihre Arbeit auswirkt. Seit dem Jahr 2000 lebt sie in Deutschland, ihre erste Station war Saarbrücken, wo sie sich mit Elektronik auseinandersetze. Nach Aufenthalten in Straßburg, Karlsruhe und Paris ist ihr Lebensmittelpunkt seit 2012 Berlin.

Mittlerweile sind ihre Werke international präsent. Sie hat einen ganz eigenen Stil entwickelt, den manche mit "transkulturell" zu fassen versuchen. Die Entfernung zum vertrauten Umfeld hat ihre eigene Kultur, die türkisch-mediterrane, stärker in den Vordergrund treten lassen, dient ihr als Reibungsfläche. Dies findet sich auch in ihrer Musik wider, in der sich diese beiden Welten verbinden. Sie sagte kürzlich in einem Interview mit der "Neuen Zeitschrift für Musik" (NZfM): "Ich habe bemerkt, dass ich innerlich sehr stark in der Türkei verwurzelt bin. Ich möchte gar nicht die Worte 'Herkunft' oder 'Heimatland' benutzen, weil ich dann das Gefühl habe, etwas auszuschließen, aber meine Bindung an die Türkei hat mit einer bestimmten Kultur, einem bestimmten Ort zu tun, und natürlich mit meiner Vergangenheit, meiner Biografie."

Zeynep Gedizlioglu thematisiert auch gesellschaftliche und politische Themen in ihren Werken, so etwa in "Susma – Schweige nicht". Es ist dem Andenken des 2007 ermordeten Journalisten Hrant Dink, Armenier mit türkischer Staatsbürgerschaft, gewidmet. Individuum und Kollektiv, auch dies ist ein von ihr genutzter ein Ansatz, um politische Hierarchien und Systeme ins Zentrum der künstlerischen Arbeit zu rücken.

Melancholie in ihrer nicht eindeutigen Stimmungszuordnung empfindet die Komponistin als Motivation, weiter ihren eingeschlagenen Weg zu gehen. Sie ist auch in ihrer Musik zu finden, die – wie die Heidelberger Jury festhält – "mit Präzision und Konzentration auf das Detail gearbeitet, als Erweiterung und Bereicherung der zeitgenössischen Musiksprache zu hören ist".

*

Dienstag, 22. Januar 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr)


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht
dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Bilder der Seele". Johanna Schwanberg, Direktorin des Dom Museum Wien, über den norwegischen Jahrhundertwendestar Edvard Munch anlässlich dessen 75. Todestages. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Edvard Munchs legendäre Bilder wie der "Schrei" gehören zu den Ikonen der Kunstgeschichte und finden sich auch 75 Jahre nach dessen Tod inflationär vermarktet auf Postern, Tassen und Faschingsmasken. Kein Zufall. Denn die Themen, die der norwegische Jahrhundertwendestar an der Schwelle von Symbolismus und Expressionismus in seiner Kunst erfasste, sind zeitlos und stehen für die tiefsten Empfindungen des menschlichen Lebens in Bezug auf Angst, Tod, Trauer, Sehnsucht, Einsamkeit, Liebe und Eifersucht. Aber nicht nur inhaltlich, auch die künstlerische Arbeitsweise und die Überschreitung von Gattungsgrenzen betreffend, war Munch seiner Zeit voraus und gilt als Pionier der Moderne.

In den "Gedanken für den Tag" spürt Johanna Schwanberg, Kunst- und Literaturwissenschafterin und Direktorin des Dom Museum Wien, dem von Tod und Schicksalsschlägen gekennzeichneten Leben Edvard Munchs nach. Vor allem aber beleuchtet sie einzelne, berühmte wie auch weniger bekannte Gemälde, Druckgrafiken und Zeichnungen des Künstlers. Sie fragt nach der existenziellen Direktheit von Munchs Kunst, die heute wie damals unter die Haut geht, weil sie die Seelenzustände eines Menschen auf unvergleichliche Weise in Farben und Formen zum Ausdruck bringt.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Integrieren
Innovativ denken und handeln (2).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Neues mit Bekanntem in Verbindung bringen und daraus etwas Eigenes entwickeln gehört zu den genuinen Eigenschaften menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns. Menschen beobachten, sie hören und sie fühlen: ständig nehmen sie Informationen wahr, sortieren, wählen aus und integrieren Relevantes in die vorhandene Wissensbasis. Und je positiver die Gefühle sind, die diesen Prozess begleiten, umso leichter fällt das Lernen, so die Hirnforschung.

Dieser Lernprozess gilt auch für Gesellschaften. Hurrikans verwüsten ganze Landstriche. Hochwasser und Lawinen zerstören Regionen. Mit Dämmen und Wällen sich davor zu schützen, ist nahezu unmöglich. Denn Krisen sind überraschend, ihr Verlauf ist ungewiss. Hier bietet die Konfliktforschung Lösungsansätze an. Lernen die Mitglieder einer Gesellschaft, ihre eigenen Handlungskompetenzen zu erweitern und Unerwartetes in das Bestehende zu integrieren, zeigen sich diese Communities als resilient.

Soziale Innovationen erweisen sich hier als wirkungsmächtig. In einer Wissens und Informationsgesellschaft wiederum sind integratives Denken und Handeln zur Selbstverständlichkeit geworden. Plattformen vernetzen unterschiedliche Denkansätze. Integrative Wissenschaften sind in den Kanon der Universitäten aufgenommen worden. Sie garantieren eine lebendige Forschungslandschaft.


09:30 Radiokolleg – Das Land der Flammen
Aserbaidschan Revisited (2).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Im Jahr 1993 bot sich erstmals die Gelegenheit, die ehemalige Sowjetrepublik Aserbaidschan im Rahmen einer journalistischen Erkundungstour für das Radiokolleg zu besuchen. Damals regierte das Militär, der Ausnahmezustand war verhängt, abends herrschte ab 20 Uhr Ausgangssperre. 25 Jahre später ist Sabine Nikolay an dieselben Orte zurückgekehrt um Nachschau zu halten, was aus dem "Land der Flammen" von damals geworden ist.

Aserbaidschan, dessen Territorium sich von den hohen Bergen des Kaukasus bis an das Kaspische Meer zieht, ist bekannt durch seinen Dauerkonflikt mit Armenien und für seinen Reichtum an Öl, dessen Export dem Land trotz großer wirtschaftlicher Probleme das Überleben sichert. Gab es 1993 zarte Anfänge einer demokratischen Veränderung, wird das Land heute von der Familie Aliyev regiert, die ihm Fortschritt und Modernisierung von oben verordnet: Das führt dazu, dass die Hauptstadt Baku in neuem Glanz erstrahlt und über eine beeindruckende Skyline verfügt. In der Sonne glänzende Hochhäuser prägen die Stadteinfahrt, über der Altstadt, die 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde, leuchten die "Flame Towers": Luxushotel, Bürogebäude und Luxusresidenzen.

Dahinter liegen Wohnviertel, die immer noch nicht renoviert sind. Und viele Häuserblocks aus der Sowjetzeit werden geschliffen, um neue Gebäude mit Blick auf das Meer zu errichten. Im Hinterland hingegen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Dörfer, Weidenflächen und kleine landwirtschaftliche Betriebe bilden einen Gegenpol zur pulsierenden Metropole Baku. Wie leben die Menschen in Aserbaidschan, und wie schaffen sie den Spagat zwischen kulturellen Traditionen und Standortbestimmung in Zeiten der Globalisierung?


09:45 Radiokolleg – Der letzte Schliff
Was ist gutes Audiomastering? (2).
Gestaltung: Hans Groiss

Hören Sie den Unterschied? Klingt "Nothing else matters" von Metallica glasklar oder verwaschen? Warum ist der Sound von Miles Davis' "Kind of Blue" unverwechselbar und einheitlich? Was war das Geheimnis des guten Tons eines Herbert von Karajan und haben Experimental-KomponistInnen wie Beatriz Ferreyra und Pierre Schaeffer ihre Werke nachbearbeitet? Nach der Studioproduktion einer Pop-Band, einem Livekonzert der Wiener Philharmoniker oder einer Jam-Session im Jazzstüberl gibt es meist Aufnahmen von höherer oder niederer Qualität.

Um diese professionell auf Tonträger veröffentlichen zu können, werden die einzelnen Musikstücke abgemischt und gemastert: beim Mischen wird die Balance aller Instrumente zueinander hergestellt – beim Mastering wird der fertige Mix vom Mastering-Engineer in Absprache mit den Musiker/innen und Producern bearbeitet. Mastering ist ein englischer Begriff und bezeichnete in der Musikwelt ursprünglich die Überführung von Musikstücken auf Schallplatte. Heute bedeutet Mastering die Steigerung der Qualität durch einen kreativ-technischen Prozess. Damit Musik auf LP, CD, im Radio oder am Mobiltelefon gut klingt, ist Mastering am Ende einer Musikproduktion mittlerweile Standard.

Abhängig vom Musikstil gibt es unterschiedliche Masteringphilosophien: das Angleichen von Lautstärkeunterschieden, das Festlegen von Pausenzeiten zwischen den Musikstücken und die Zusammenführung einzelner Tracks zu einem Album sind subjektive Entscheidungen, die viel Diskussionsstoff liefern. Welche Schritte aber sind nötig, um von einer Komposition oder Improvisation zu einem fertigen Master zu kommen? Wie möchte ich als Musiker/in in der Welt gehört werden:

Glasklar oder dreckig? Aufgeblasen oder subtil? Und: Kann das Mastering verbessern, was bei einer Aufnahme nicht geglückt ist? Studierende des Radioproduktionsseminars der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien besuchen gemeinsam mit Hans Groiss Produktionen aus den Bereichen Klassik, Jazz, Pop und Experimentalmusik und diskutieren mit Expert/innen über Mastering.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
Erfolgreich nicht nur mit Puccini und Verdi: Erinnerungen an die Sopranistin Maria Chiara. Ausschnitte aus Opern von Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini, Alfredo Catalani, Ermanno Wolf-Ferrari, Arrigo Boito u.a.
Gestaltung: Michael Blees

Sie hat zu den weltweit erfolgreichen und gefeierten Sopranistinnen der 1970er und 1980er Jahre gezählt: die aus Oderzo bei Venedig stammende Maria Chiara. So bewundert sie aber auch in Bühnenproduktionen, vor allem im italienischen Fach, unter anderem als Aida, Desdemona, Manon Lescaut, Amelia oder Liú gewesen war, so sehr ist sie von der offiziellen Tonträger-Industrie vernachlässigt worden: nur in wenigen Recitals und Gesamtaufnahmen ist ihre Stimme, mit lyrischer Legatokultur, dramatischer Expansionskraft und sicherer Höhe festgehalten. Grund genug, an diese vielseitige Künstlerin zu erinnern - aus Anlass ihres 80. Geburtstags am 24. Jänner.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Vertraute Dinge, fremde Dinge. Essays". Von Teju Cole. Aus dem Englischen von Uda Strätling. Es liest Michael Dangl.
Gestaltung: Nicole Dietrich

Der nigerianisch-amerikanische Schriftsteller, Fotograf und Kunsthistoriker Teju Cole betrachtet in diesem Essayband die Welt mit dem Blick eines unsystematischen Historikers, der hinter die Dinge sehen will. Er zieht erhellende Verbindungen, von der konkreten Gegenwart zur Dichtung, von der Geschichte zur Kunst. Im Essay "Blinder Fleck" etwa beschäftigt er sich mit seiner Wahrnehmung und seinem Empfinden während der vorübergehenden Erblindung eines Auges.

Teju Cole, 1975 in den USA geboren, wuchs in Nigeria auf. Er lehrt am Bard College und ist der Fotografie-Kritiker des New York Times Magazine. Seine fotografische Arbeit wird international ausgestellt, seine Bücher "Open City" und "Jeder Tag gehört dem Dieb" gelten als herausragende Werke der neueren amerikanischen Literatur. Er wurde u. a. mit dem PEN/Hemingway Award, dem Internationalen Literaturpreis und dem Windham Campbell Prize ausgezeichnet. Er lebt in Brooklyn, New York. Zuletzt erschien "Blinder Fleck", ein Fotoband mit Kurzessays.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Hans Georg Nicklaus.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Tschechische Philharmonie, Dirigent: Tomás Netopil.
Bedrich Smetana: "Má Vlast" (Mein Vaterland), Zyklus Symphonischer Dichtungen (aufgenommen am 12. Mai 2018 im Smetana-Saal des Gemeindehauses in Prag, Eröffnungskonzert des Internationalen Musikfestivals "Prager Frühling 2018").


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Tonspuren
Die Nobel-Affäe. Der geheime Briefwechsel zwischen Alfred Nobel und Sofie Hess.
Feature von Nikolaus Scholz

Bis 1976 wurden die 221 in deutscher Sprache geschriebenen Briefe von Alfred Nobel an seine Geliebte Sofie Hess von der schwedischen Nobel-Stiftung unter Verschluss gehalten, ebenso jene 41 Briefe, die der Brummbär – als den er sich selbst bezeichnet – von seinem geliebten Sofiechen erhalten hatte. Das hatte durchaus seinen Grund. Der Briefwechsel zeigt eine unbekannte und zugleich intime Seite des 1833 in Stockholm geborenen Chemikers und Erfinder des Dynamits, und hätte wohl empfindlich am Image des renommierten Wissenschaftlers gekratzt.

Im Herbst 1876 waren sich die beiden zum ersten Mal in Baden bei Wien begegnet, wo der schwedische Erfinder die wesentlich jüngere Sofie Hess - sie war 26 Jahre alt, Nobel 43 – in einem Blumengeschäft kennen lernte.

2017 erschienen die Briefe erstmal komplett in englischer Übersetzung, herausgegeben von der in Wien geborenen Historikerin Erika Rummel. Rummel, Professorin an der Universität von Toronto, schrieb über ein Dutzend Sachbücher, bevor sie sich ausschließlich dem Schreiben von Romanen in englischer Sprache widmete. Ihr jüngstes Buch "Drei Frauen und Alfred Nobel" spielt im Wien der Jahrhundertwende, und beleuchtet nicht nur die sozialen Zwänge, denen Frauen damals ausgesetzt waren, sondern auch die Kriegstraumata und die ethnischen Spannungen, die zum Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie führten.


16:45 Heimspiel


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp.


17:55 Betrifft: Geschichte
Sport in der Frühen Neuzeit. Mit Martin Scheutz, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien.
Gestaltung: Robert Weichinger

Nach einer landläufigen Vorstellung entstand der "moderne Sport" um 1850 und ist vor allem durch Chancengleichheit im Wettkampf, durch ein verbindliches Regelwerk, durch Verweltlichung, durch bürokratische Organisation und durch eine ständige Jagd nach Rekorden geprägt. Lange Zeit meinte man, in der Frühen Neuzeit damit also keine sportlichen Aktivitäten ausmachen zu können.

Die neuere Forschung zeigt, unter anderem am Beispiel des "real tennis", dass viele dieser Voraussetzungen des modernen Sports aber schon im 16. Jahrhundert gegeben waren. Am Beispiel von Tennis mit einer ersten Tennisregel soll einerseits das Spiel selbst, aber auch die Sportstätten gezeigt werden. Eine erste deutsche Tennisregel wurde 1680 mit dem "Unterricht deß Ballen=Spiels" vorgelegt. Auch der Sportartikelhandel war in dieser Zeit schon weit entwickelt, es war zum Beispiel im 16. Jahrhundert für die adeligen Spieler kein Problem, Rackets und Tennisbälle aus Paris, Neapel oder Mailand zu beziehen.

Adelige und Studenten waren begeisterte Tennisspieler, was sich aber auch als kostenintensiv erwies. Neben dem Tennis wurde auch auf hohem Niveau in Reithallen geritten, der bürgerliche Schießsport blühte zudem in dieser Zeit auf.

Regelwerke und das Errichten von Sportanlagen sorgen dafür, dass wir in der Frühen Neuzeit erste Ansätze einer Institutionalisierung von Sport erleben.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Wie Bakterien zu Waffen werden könnten.
Von Marlene Nowotny.

In den kriegerischen Konflikten der Gegenwart hat eine neue Strategie Einzug gehalten: Es geht nicht darum, den Gegner an Ort und Stelle zu töten. Stattdessen setzt man auf Bakterien als Waffen, also auf Verletzungen, die zu schweren Infektionen führen können.

In Kriegsgebieten ist die medizinische Infrastruktur meist zusammengebrochen. Zu bestimmen, welche Bakterien nun die Wunden infiziert haben, wird dann unmöglich. Gleichzeitig sind passende Antibiotika Mangelware. Und selbst wenn Antibiotika vorhanden sind, müssen sie keine Abhilfe schaffen. Denn es gibt heute jede Menge multiresistenter Krankheitserreger, die gegen eine Vielzahl von Antibiotika resistent sind. Und ihre Anzahl nimmt ständig zu, aufgrund massiven Einsatzes in der Massentierhaltung, unzureichender Hygienemaßnahmen einerseits und übertriebener Desinfektion andererseits, unnötiger oder falscher Einnahme.

90 Jahre nach der Entdeckung der Antibiotika, die ein Zeitalter ohne bakterielle Infektionskrankheiten einleiten sollte, gilt es diesen neuen Krieg der Keime abzuwenden.


19:30 Das Ö1 Konzert
"Kovacics Entdeckungen". Emanuel Tjeknavorian, Violine; Maximilian Kromer, Klavier; Albin Paulus, Maultrommel, Stimme; Ernst Kovacic, Moderation.
Edvard Grieg: Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 g-Moll op. 13 * Albin Paulus/Traditional: Introduktion; Halling; Rongger; Ganymed Obertöne; Maijodler * Johannes Brahms: Sonate für Violine und Klavier Nr. 1 G-Dur op. 78 (aufgenommen am 18. Oktober 2018 im Großen Sendesaal des ORF RadioKulturhauses in Wien).

Start der neuen Konzertreihe: Kovacics Entdeckungen. Zum Auftakt begrüßte Ernst Kovacic den Geiger Emmanuel Tjeknavorian.

Die Grundidee des Konzertzyklus' basiert auf dem Zusammenführen von Bekanntem und neu zu entdeckenden Werken in Form von Gehörtem und Erklärtem – eine spannende Mischung aus Meisterwerken, Meisterinterpreten, herausragenden Komponistenpersönlichkeiten und "Rising Stars" der heimischen Musiklandschaft. Jedes Konzert der neuen Reihe widmet sich einem der vier Themenblöcke.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Integrieren. Innovativ denken und handeln (2).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Das Land der Flammen. Aserbaidschan Revisited (2).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Der letzte Schliff. Was ist gutes Audiomastering? (2).
Gestaltung: Hans Groiss


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Das Klangforum Wien spielt neue Werke von Nina ?enk und Vinko Globokar.
Gestaltung: Rainer Elstner

Beim Slowind Festival in Ljubljana spielte das Klangforum Wien im November 2018 zwei Uraufführungen: "Gouache" von Nina ?enk und "Bouquet de paramètres sauvages" von Vinko Globokar. Zwei slowenischen Komponierende, zwei unterschiedliche Zugänge: Nina ?enk ist bis dato bei der Konzeption eines neuen Werks immer von einer bestimmten Farbauswahl ausgegangen – die gewählten Farbtöne bestimmten die Muster und Strukturen des Stücks. Bei "Gouache" – benannt nach einer Maltechnik - versuchte sie sich von der entgegengesetzten Richtung her anzunähern: "Zunächst werden die rhythmischen und melodischen Muster und Strukturen festgelegt; mein Hauptaugenmerk gilt den unterschiedlichen Farben, die ebenfalls die Atmosphäre und Stimmung, ja die Struktur des Stücks beeinflussen."

Globokar vereint in seinem Stück einen "Strauß wilder Parameter": "Ich hoffe, dass in diesem Strauß jeder Zuhörer seine wilde Blume findet". Gewidmet ist das Werk dem Festival Slowind, dem von Seiten des slowenischen Kulturministeriums die Subventionen gestrichen worden sind. "Es ist kein Zufall, wenn der slowenische Kulturminister, seit sich die Welt in die musikalische Banalität und Vergnügung stürzt, das Land erneuert, indem er die Subventionen für Bewegungen streicht, die zum Nachdenken anregen", so Globokar.

*

Mittwoch, 23. Januar 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Bilder der Seele". Johanna Schwanberg, Direktorin des Dom Museum Wien, über den norwegischen Jahrhundertwendestar Edvard Munch anlässlich dessen 75. Todestages. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Edvard Munchs legendäre Bilder wie der "Schrei" gehören zu den Ikonen der Kunstgeschichte und finden sich auch 75 Jahre nach dessen Tod inflationär vermarktet auf Postern, Tassen und Faschingsmasken. Kein Zufall. Denn die Themen, die der norwegische Jahrhundertwendestar an der Schwelle von Symbolismus und Expressionismus in seiner Kunst erfasste, sind zeitlos und stehen für die tiefsten Empfindungen des menschlichen Lebens in Bezug auf Angst, Tod, Trauer, Sehnsucht, Einsamkeit, Liebe und Eifersucht. Aber nicht nur inhaltlich, auch die künstlerische Arbeitsweise und die Überschreitung von Gattungsgrenzen betreffend, war Munch seiner Zeit voraus und gilt als Pionier der Moderne.

In den "Gedanken für den Tag" spürt Johanna Schwanberg, Kunst- und Literaturwissenschafterin und Direktorin des Dom Museum Wien, dem von Tod und Schicksalsschlägen gekennzeichneten Leben Edvard Munchs nach. Vor allem aber beleuchtet sie einzelne, berühmte wie auch weniger bekannte Gemälde, Druckgrafiken und Zeichnungen des Künstlers. Sie fragt nach der existenziellen Direktheit von Munchs Kunst, die heute wie damals unter die Haut geht, weil sie die Seelenzustände eines Menschen auf unvergleichliche Weise in Farben und Formen zum Ausdruck bringt.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Integrieren
Innovativ denken und handeln (3).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt

Krajanek Neues mit Bekanntem in Verbindung bringen und daraus etwas Eigenes entwickeln gehört zu den genuinen Eigenschaften menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns. Menschen beobachten, sie hören und sie fühlen: ständig nehmen sie Informationen wahr, sortieren, wählen aus und integrieren Relevantes in die vorhandene Wissensbasis. Und je positiver die Gefühle sind, die diesen Prozess begleiten, umso leichter fällt das Lernen, so die Hirnforschung.

Dieser Lernprozess gilt auch für Gesellschaften. Hurrikans verwüsten ganze Landstriche. Hochwasser und Lawinen zerstören Regionen. Mit Dämmen und Wällen sich davor zu schützen, ist nahezu unmöglich. Denn Krisen sind überraschend, ihr Verlauf ist ungewiss. Hier bietet die Konfliktforschung Lösungsansätze an. Lernen die Mitglieder einer Gesellschaft, ihre eigenen Handlungskompetenzen zu erweitern und Unerwartetes in das Bestehende zu integrieren, zeigen sich diese Communities als resilient.

Soziale Innovationen erweisen sich hier als wirkungsmächtig. In einer Wissens und Informationsgesellschaft wiederum sind integratives Denken und Handeln zur Selbstverständlichkeit geworden. Plattformen vernetzen unterschiedliche Denkansätze. Integrative Wissenschaften sind in den Kanon der Universitäten aufgenommen worden. Sie garantieren eine lebendige Forschungslandschaft.


09:30 Radiokolleg – Das Land der Flammen
Aserbaidschan Revisited (3).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Im Jahr 1993 bot sich erstmals die Gelegenheit, die ehemalige Sowjetrepublik Aserbaidschan im Rahmen einer journalistischen Erkundungstour für das Radiokolleg zu besuchen. Damals regierte das Militär, der Ausnahmezustand war verhängt, abends herrschte ab 20 Uhr Ausgangssperre. 25 Jahre später ist Sabine Nikolay an dieselben Orte zurückgekehrt um Nachschau zu halten, was aus dem "Land der Flammen" von damals geworden ist.

Aserbaidschan, dessen Territorium sich von den hohen Bergen des Kaukasus bis an das Kaspische Meer zieht, ist bekannt durch seinen Dauerkonflikt mit Armenien und für seinen Reichtum an Öl, dessen Export dem Land trotz großer wirtschaftlicher Probleme das Überleben sichert. Gab es 1993 zarte Anfänge einer demokratischen Veränderung, wird das Land heute von der Familie Aliyev regiert, die ihm Fortschritt und Modernisierung von oben verordnet: Das führt dazu, dass die Hauptstadt Baku in neuem Glanz erstrahlt und über eine beeindruckende Skyline verfügt. In der Sonne glänzende Hochhäuser prägen die Stadteinfahrt, über der Altstadt, die 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde, leuchten die "Flame Towers": Luxushotel, Bürogebäude und Luxusresidenzen.

Dahinter liegen Wohnviertel, die immer noch nicht renoviert sind. Und viele Häuserblocks aus der Sowjetzeit werden geschliffen, um neue Gebäude mit Blick auf das Meer zu errichten. Im Hinterland hingegen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Dörfer, Weidenflächen und kleine landwirtschaftliche Betriebe bilden einen Gegenpol zur pulsierenden Metropole Baku. Wie leben die Menschen in Aserbaidschan, und wie schaffen sie den Spagat zwischen kulturellen Traditionen und Standortbestimmung in Zeiten der Globalisierung?


09:45 Radiokolleg – Der letzte Schliff
Was ist gutes Audiomastering? (3).
Gestaltung: Hans Groiss

Hören Sie den Unterschied? Klingt "Nothing else matters" von Metallica glasklar oder verwaschen? Warum ist der Sound von Miles Davis' "Kind of Blue" unverwechselbar und einheitlich? Was war das Geheimnis des guten Tons eines Herbert von Karajan und haben Experimental-KomponistInnen wie Beatriz Ferreyra und Pierre Schaeffer ihre Werke nachbearbeitet? Nach der Studioproduktion einer Pop-Band, einem Livekonzert der Wiener Philharmoniker oder einer Jam-Session im Jazzstüberl gibt es meist Aufnahmen von höherer oder niederer Qualität.

Um diese professionell auf Tonträger veröffentlichen zu können, werden die einzelnen Musikstücke abgemischt und gemastert: beim Mischen wird die Balance aller Instrumente zueinander hergestellt – beim Mastering wird der fertige Mix vom Mastering-Engineer in Absprache mit den Musiker/innen und Producern bearbeitet. Mastering ist ein englischer Begriff und bezeichnete in der Musikwelt ursprünglich die Überführung von Musikstücken auf Schallplatte. Heute bedeutet Mastering die Steigerung der Qualität durch einen kreativ-technischen Prozess. Damit Musik auf LP, CD, im Radio oder am Mobiltelefon gut klingt, ist Mastering am Ende einer Musikproduktion mittlerweile Standard. Abhängig vom Musikstil gibt es unterschiedliche Masteringphilosophien: das Angleichen von Lautstärkeunterschieden, das Festlegen von Pausenzeiten zwischen den Musikstücken und die Zusammenführung einzelner Tracks zu einem Album sind subjektive Entscheidungen, die viel Diskussionsstoff liefern. Welche Schritte aber sind nötig, um von einer Komposition oder Improvisation zu einem fertigen Master zu kommen? Wie möchte ich als Musiker/in in der Welt gehört werden:

Glasklar oder dreckig? Aufgeblasen oder subtil? Und: Kann das Mastering verbessern, was bei einer Aufnahme nicht geglückt ist? Studierende des Radioproduktionsseminars der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien besuchen gemeinsam mit Hans Groiss Produktionen aus den Bereichen Klassik, Jazz, Pop und Experimentalmusik und diskutieren mit Expert/innen über Mastering.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Anklang
mit Stefanie Maderthaner. Die Brüder Capuçon als Kammermusiker.
Claude Debussy: Trio für Klavier, Violine und Violoncello Nr. 1 G-Dur (Bertrand Chamayou, Renaud Capuçon, Edgar Moreau).

In einem Interview für sein Album "Intuition" meinte der französische Cellist Gautier Capuçon, es sei schon ärgerlich, dass man die Stücke immer wieder neu studieren müsse. "Faszinierend und ärgerlich zugleich. Man kann sich Musik nicht einfach greifen wie ein fertiges Ding", so der Musiker für die Plattform "concerti".

Der Cellist Gautier Capuçon und sein fünf Jahre älterer Bruder, der Geiger Renaud Capuçon, wuchsen in einem Provinzstädtchen in den savoyischen Alpen auf. Die Eltern waren keine Musiker, nur "Kunstinteressierte". Man wurde als Kind gefördert, aber es gab keinerlei Druck.

War bis vor einiger Zeit der Geiger Renaud noch der Bekanntere der Brüder, so hat sich der jüngere Bruder, Gautier, geboren 1981, inzwischen an ihn herangearbeitet, herangespielt: Man ist inzwischen auf Augenhöhe.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Die falsche Haltestelle". Von Italo Calvino (aus dem Italienischen von Heinz Riedt). Es liest Helmut Berger.
Gestaltung: Stefanie Zussner
Präsentation: Gudrun Hamböck

Marcovaldo liebt es, kalte Winterabende im Kino zu verbringen. So auch diesmal, als er aus den Urwäldern Indiens wieder in den dichten Nebel der Stadt entlassen wird. In der Straßenbahn träumt er offenen Auges die Bilder des Breitwandkinos weiter und steigt bei der falschen Haltestelle aus. In demselben Nebel, der gerade noch die Wirklichkeit zur idealen Leinwand für Marcovaldos innere Bilder verwischte, gilt es sich jetzt zurechtzufinden …

Mit Marcovaldo, dem ländlichen Hilfsarbeiter in der norditalienischen Industriestadt, schuf Italo Calvino eine seiner liebenswertesten Figuren, die sich aus der Tristesse ihrer – noch neorealistisch gestalteten – Umgebung herausträumt. 20 Kurzgeschichten ranken sich um Marcovaldo und seine vielköpfige Familie. Die ersten entstanden in den frühen 1950er-Jahren. Als Buch veröffentlicht wurden sie 1963, elf Jahre nach Erscheinen des Romans "Der geteilte Visconte", mit dem Calvino seine eigene Spielart der fantastischen Literatur entwickelte.

Italo Calvino, 1923 auf Kuba geboren, arbeitete nach seinem Literatur-und Philosophiestudium als Journalist und dann viele Jahre als Lektor im Verlag Einaudi in Turin. Als einer der innovativsten italienischen Nachkriegsautoren weltberühmt wurde Calvino mit Romanen wie "Der geteilte Visconte", "Der Baron auf den Bäumen" oder "Der Ritter, den es nicht gab". Sein 1983 erschienener Meta-Roman "Wenn ein Reisender in einer Winternacht" spielt mit zahlreichen literarischen Formen des 20. Jahrhunderts. Calvino starb 1985 in Siena.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Gustav Danzinger.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Das Ö1 Konzert
Danish National Symphony Orchestra, Dirigent: Thomas Søndergard; Janine Jansen, Violine.
Jean Sibelius: Konzert für Violine und Orchester d-Moll op. 47 * Igor Strawinsky: Le Sacre du Printemps (aufgenommen am 1. November 2018 im Konzertsaal des Dänischen Rundfunks, Kopenhagen).
Präsentation: Peter Kislinger


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Praxis – Religion und Gesellschaft


16:40 Das Ö1 Gesundheitsmagazin


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Mirjam Jessa.


17:55 Betrifft: Geschichte
Sport in der Frühen Neuzeit. Mit Martin Scheutz, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien.
Gestaltung: Robert Weichinger

Nach einer landläufigen Vorstellung entstand der "moderne Sport" um 1850 und ist vor allem durch Chancengleichheit im Wettkampf, durch ein verbindliches Regelwerk, durch Verweltlichung, durch bürokratische Organisation und durch eine ständige Jagd nach Rekorden geprägt. Lange Zeit meinte man, in der Frühen Neuzeit damit also keine sportlichen Aktivitäten ausmachen zu können.

Die neuere Forschung zeigt, unter anderem am Beispiel des "real tennis", dass viele dieser Voraussetzungen des modernen Sports aber schon im 16. Jahrhundert gegeben waren. Am Beispiel von Tennis mit einer ersten Tennisregel soll einerseits das Spiel selbst, aber auch die Sportstätten gezeigt werden. Eine erste deutsche Tennisregel wurde 1680 mit dem "Unterricht deß Ballen=Spiels" vorgelegt. Auch der Sportartikelhandel war in dieser Zeit schon weit entwickelt, es war zum Beispiel im 16. Jahrhundert für die adeligen Spieler kein Problem, Rackets und Tennisbälle aus Paris, Neapel oder Mailand zu beziehen.

Adelige und Studenten waren begeisterte Tennisspieler, was sich aber auch als kostenintensiv erwies. Neben dem Tennis wurde auch auf hohem Niveau in Reithallen geritten, der bürgerliche Schießsport blühte zudem in dieser Zeit auf.

Regelwerke und das Errichten von Sportanlagen sorgen dafür, dass wir in der Frühen Neuzeit erste Ansätze einer Institutionalisierung von Sport erleben.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Zum 100. Geburtstag von Hans Hass.
Von Isabelle Engels.

2015 machte der Zoologiestudent Oliver Bruck über einen Internetmarktplatz einen besonderen Fund: Hunderte von originalen Filmrollen von Hans Hass lagern in einer Garage. Darunter auch eine Schachtel unentwickelter Kodak-Filmnegative.

In der Hoffnung, bisher Unbekanntes von seinem Vorbild zu entdecken, beginnt Bruck mit der Arbeit an einem Dokumentarfilm. Die erste Hürde: Der Schatz enthält hochexplosiven Nitrofilm sowie Acetatfilm, der sich bereits zu zersetzen beginnt. Im Depot des "Filmarchiv Austria" in Laxenburg findet sich ein Ort zur fachgerechten Archivierung. Bei der Sichtung kommen Bilder aus "Unternehmen Xarifa" von 1954 zum Vorschein, dem erfolgreichen Kinofilm über die Galapagos-Expedition, sowie teils unveröffentlichtes Material zu Hass' Fernsehserie "Wir Menschen".

Meta Raunig-Hass, die ihre berühmten Eltern als Kind öfter im Fernsehen sah als daheim, lernte deren Leistungen erst viel später zu schätzen. Von den Medien sei ihr Vater als mutiger Haiforscher verehrt, aber auch auf diese Rolle reduziert worden. Die Anerkennung für seine späteren evolutionstheoretischen Arbeiten blieb ihm jedoch verwehrt. – "Exploring Hans Hass" von Oliver Bruck hat am 24. Jänner Premiere, einen Tag nach dem 100. Geburtstag des Meeresforschers und Tauchpioniers.


19:30 Resonanzen 2019
Monica Piccinini, Sopran; Patxi Montero, Viola da gamba; Mara Galassi Barockharfe & Leitung.
Werke von Orazio Michi, Marco Marazzoli und Vincenzo Bonizzi (aufgenommen am 20. Jänner im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses).
Präsentation: Jörg Duit


21:00 Salzburger Nachtstudio
Stalin, Stasi und Co im Visier der Forschung.
Gestaltung: Martin Haidinger

Der sowjetische Diktator Josef Stalin war neben Adolf Hitler einer der schlimmsten Massenmörder der Weltgeschichte. Seit 1917 und nach dem Sieg über den Nationalsozialismus und dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben kommunistische Regime nach vorsichtigen Schätzungen 65 bis 100 Millionen Todesopfer auf verschiedenen Kontinenten gefordert. Ein breites Betätigungsfeld für die historische und politologische Forschung.

Seit vielen Jahren beschäftigen sich Wissenschafterinnen und Wissenschafter wie die Historikerin und Leiterin des Ludwig Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgenforschung in Graz Barbara Stelzl-Marx mit der sowjetischen Besatzungszeit in Österreich 1945 bis 1955; und in Deutschland legen Historiker und Politologen des Forschungsverbundes SED-Staat an der FU Berlin und andere Wissenschafter immer neue Publikationen über die sozialistische DDR-Diktatur bis 1989 vor.

Das alles unter der aktuellen Begleitmusik erstarkender linksradikaler Kräfte und Gruppen, die durchaus mit Sympathien aus Kreisen des politischen und gesellschaftlichen Establishments mancher europäischer Länder rechnen können und deren Umtriebe bis zu autonomer Gewalt wie beim G-20-Gipfel 2017 in Hamburg reichen.

Martin Haidinger beleuchtet Facetten der Extremismusforschung.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Integrieren. Innovativ denken und handeln (3).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Das Land der Flammen. Aserbaidschan Revisited (3).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Der letzte Schliff. Was ist gutes Audiomastering? (3).
Gestaltung: Hans Groiss


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
"Zeit-Ton"-Magazin.
Gestaltung: Nina Polaschegg

Jeden Mittwoch präsentieren wir Ihnen ausgesuchte Veranstaltungstipps für die kommenden sieben Tage und die spannendsten Neuveröffentlichungen.

*

Donnerstag, 24. Januar 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Bilder der Seele". Johanna Schwanberg, Direktorin des Dom Museum Wien, über den norwegischen Jahrhundertwendestar Edvard Munch anlässlich dessen 75. Todestages. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Edvard Munchs legendäre Bilder wie der "Schrei" gehören zu den Ikonen der Kunstgeschichte und finden sich auch 75 Jahre nach dessen Tod inflationär vermarktet auf Postern, Tassen und Faschingsmasken. Kein Zufall. Denn die Themen, die der norwegische Jahrhundertwendestar an der Schwelle von Symbolismus und Expressionismus in seiner Kunst erfasste, sind zeitlos und stehen für die tiefsten Empfindungen des menschlichen Lebens in Bezug auf Angst, Tod, Trauer, Sehnsucht, Einsamkeit, Liebe und Eifersucht. Aber nicht nur inhaltlich, auch die künstlerische Arbeitsweise und die Überschreitung von Gattungsgrenzen betreffend, war Munch seiner Zeit voraus und gilt als Pionier der Moderne.

In den "Gedanken für den Tag" spürt Johanna Schwanberg, Kunst- und Literaturwissenschafterin und Direktorin des Dom Museum Wien, dem von Tod und Schicksalsschlägen gekennzeichneten Leben Edvard Munchs nach. Vor allem aber beleuchtet sie einzelne, berühmte wie auch weniger bekannte Gemälde, Druckgrafiken und Zeichnungen des Künstlers. Sie fragt nach der existenziellen Direktheit von Munchs Kunst, die heute wie damals unter die Haut geht, weil sie die Seelenzustände eines Menschen auf unvergleichliche Weise in Farben und Formen zum Ausdruck bringt.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Radiokolleg – Integrieren
Innovativ denken und handeln (4).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Neues mit Bekanntem in Verbindung bringen und daraus etwas Eigenes entwickeln gehört zu den genuinen Eigenschaften menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns. Menschen beobachten, sie hören und sie fühlen: ständig nehmen sie Informationen wahr, sortieren, wählen aus und integrieren Relevantes in die vorhandene Wissensbasis. Und je positiver die Gefühle sind, die diesen Prozess begleiten, umso leichter fällt das Lernen, so die Hirnforschung.

Dieser Lernprozess gilt auch für Gesellschaften. Hurrikans verwüsten ganze Landstriche. Hochwasser und Lawinen zerstören Regionen. Mit Dämmen und Wällen sich davor zu schützen, ist nahezu unmöglich. Denn Krisen sind überraschend, ihr Verlauf ist ungewiss. Hier bietet die Konfliktforschung Lösungsansätze an. Lernen die Mitglieder einer Gesellschaft, ihre eigenen Handlungskompetenzen zu erweitern und Unerwartetes in das Bestehende zu integrieren, zeigen sich diese Communities als resilient.

Soziale Innovationen erweisen sich hier als wirkungsmächtig. In einer Wissens und Informationsgesellschaft wiederum sind integratives Denken und Handeln zur Selbstverständlichkeit geworden. Plattformen vernetzen unterschiedliche Denkansätze. Integrative Wissenschaften sind in den Kanon der Universitäten aufgenommen worden. Sie garantieren eine lebendige Forschungslandschaft.


09:30 Radiokolleg – Das Land der Flammen
Aserbaidschan Revisited (4).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Im Jahr 1993 bot sich erstmals die Gelegenheit, die ehemalige Sowjetrepublik Aserbaidschan im Rahmen einer journalistischen Erkundungstour für das Radiokolleg zu besuchen. Damals regierte das Militär, der Ausnahmezustand war verhängt, abends herrschte ab 20 Uhr Ausgangssperre. 25 Jahre später ist Sabine Nikolay an dieselben Orte zurückgekehrt um Nachschau zu halten, was aus dem "Land der Flammen" von damals geworden ist.

Aserbaidschan, dessen Territorium sich von den hohen Bergen des Kaukasus bis an das Kaspische Meer zieht, ist bekannt durch seinen Dauerkonflikt mit Armenien und für seinen Reichtum an Öl, dessen Export dem Land trotz großer wirtschaftlicher Probleme das Überleben sichert. Gab es 1993 zarte Anfänge einer demokratischen Veränderung, wird das Land heute von der Familie Aliyev regiert, die ihm Fortschritt und Modernisierung von oben verordnet: Das führt dazu, dass die Hauptstadt Baku in neuem Glanz erstrahlt und über eine beeindruckende Skyline verfügt. In der Sonne glänzende Hochhäuser prägen die Stadteinfahrt, über der Altstadt, die 2000 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde, leuchten die "Flame Towers": Luxushotel, Bürogebäude und Luxusresidenzen.

Dahinter liegen Wohnviertel, die immer noch nicht renoviert sind. Und viele Häuserblocks aus der Sowjetzeit werden geschliffen, um neue Gebäude mit Blick auf das Meer zu errichten. Im Hinterland hingegen scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Dörfer, Weidenflächen und kleine landwirtschaftliche Betriebe bilden einen Gegenpol zur pulsierenden Metropole Baku. Wie leben die Menschen in Aserbaidschan, und wie schaffen sie den Spagat zwischen kulturellen Traditionen und Standortbestimmung in Zeiten der Globalisierung?


09:45 Radiokolleg – Der letzte Schliff
Was ist gutes Audiomastering? (4).
Gestaltung: Hans Groiss

Hören Sie den Unterschied? Klingt "Nothing else matters" von Metallica glasklar oder verwaschen? Warum ist der Sound von Miles Davis' "Kind of Blue" unverwechselbar und einheitlich? Was war das Geheimnis des guten Tons eines Herbert von Karajan und haben Experimental-KomponistInnen wie Beatriz Ferreyra und Pierre Schaeffer ihre Werke nachbearbeitet? Nach der Studioproduktion einer Pop-Band, einem Livekonzert der Wiener Philharmoniker oder einer Jam-Session im Jazzstüberl gibt es meist Aufnahmen von höherer oder niederer Qualität.

Um diese professionell auf Tonträger veröffentlichen zu können, werden die einzelnen Musikstücke abgemischt und gemastert: beim Mischen wird die Balance aller Instrumente zueinander hergestellt – beim Mastering wird der fertige Mix vom Mastering-Engineer in Absprache mit den Musiker/innen und Producern bearbeitet. Mastering ist ein englischer Begriff und bezeichnete in der Musikwelt ursprünglich die Überführung von Musikstücken auf Schallplatte. Heute bedeutet Mastering die Steigerung der Qualität durch einen kreativ-technischen Prozess. Damit Musik auf LP, CD, im Radio oder am Mobiltelefon gut klingt, ist Mastering am Ende einer Musikproduktion mittlerweile Standard. Abhängig vom Musikstil gibt es unterschiedliche Masteringphilosophien: das Angleichen von Lautstärkeunterschieden, das Festlegen von Pausenzeiten zwischen den Musikstücken und die Zusammenführung einzelner Tracks zu einem Album sind subjektive Entscheidungen, die viel Diskussionsstoff liefern. Welche Schritte aber sind nötig, um von einer Komposition oder Improvisation zu einem fertigen Master zu kommen? Wie möchte ich als Musiker/in in der Welt gehört werden:

Glasklar oder dreckig? Aufgeblasen oder subtil? Und: Kann das Mastering verbessern, was bei einer Aufnahme nicht geglückt ist? Studierende des Radioproduktionsseminars der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien besuchen gemeinsam mit Hans Groiss Produktionen aus den Bereichen Klassik, Jazz, Pop und Experimentalmusik und diskutieren mit Expert/innen über Mastering.


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Ausgewählt
mit Hans Georg Nicklaus. Lässig heißt nicht nachlässig – oder vielleicht doch? Leggiero-Sätze im Vergleich der Interpretationen.

Das gerne verwendete italienische "leggiero" als Spielanweisung oder Bezeichnung für ganze Sätze, die mit Leichtigkeit auszuführen sind, kann auch "wechselhaft" oder "unpünktlich" bedeuten. Für die Musik hieße das eine kalkulierte Ungenauigkeit in der Ausführung, vielleicht etwas verschwommen, vielleicht im Takt unpräzise.

Mendelssohns leggierissimo aus seinem Oktett für Streicher ist sicherlich ein Paradebeispiel für eine solche Forderung nach Leichtigkeit oder Lässigkeit, die von den Ensembles (u.a. Emerson String Quartet, Nash Ensemble, Gidon Kremer & friends) höchst unterschiedlich ausgeführt wird.


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten
"Text". Von Dmitry Glukhovsky (aus dem Russischen von Franziska Zwerg).
Gestaltung: Friederike Raderer


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Peter Kislinger.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 Stimmen hören
mit Chris Tina Tengel.
Tenori di grazia e di agilità: Die "verlorene Generation" der 1970er-/'80er-Jahre.

Das "Fach", das heute Juan Diego Florez, Lawrence Brownlee, Javier Camarena (und andere) abdecken, war in der Zeit der boomenden "Rossini-Renaissance" in Händen einer Sängergeneration, deren Aufnahmen ein Wiederhören unbedingt lohnen. Ugo Benelli – ein Sänger von Schmelz und Koloraturfertigkeit, Rockwell "Rocky" Blake – ein schneidiger Tenor mit heroischem Stimmklang, Ernesto Palacio - "trocken", wie mit dem Schneidstichel phrasierend, und übrigens hörbar der Lehrer des erwähnten Juan Diego Florez. Oder: Francisco Araiza, der Vielgeliebte, der sich nichts Gutes tat, indem er die "Belcanto"-Opern so bald hinter sich ließ; Dalmacio Gonzalez, der zu den Lieblingstenören von Carlo Maria Giulini gehörte; Pietro Bottazzo, der auch in der Bregenzer Festspielgeschichte seine Spuren hinterlassen hat …


15:30 Moment


15:55 Rudi! Der rasende Radiohund


16:00 Nachrichten


16:05 Medizin und Gesundheit


16:40 Die Ö1 Kinderuni
Über den (Traum)-Job: Balletttänzer/in
Gestaltung: Gerhard Hafner

Diesen Sonntag, das ist der 27. Jänner, feiert das Ballett "Coppélia" Premiere an der Volksoper Wien. Ballett ist eine Kunstform, in der eine Geschichte statt mit Worten durch kunstvollen Tanz und Musik erzählt wird. Balletttänzer/innen tanzen meist auf Zehenspitzen und haben eine gute Körperbeherrschung. Ballette sieht man auf der Bühne, in Opern, Operetten und Musicals, aber auch im Film und im Fernsehen.

Viele Mädchen träumen davon, einmal als Ballerina auf der Bühne Pirouetten zu drehen und anschließend den tosenden Applaus des begeisterten Publikums entgegennehmen zu dürfen. Aber das ist ein harter, steiniger Weg: Wer diese Tanzkunst lernen möchte, muss schon als Kind eine Spezialschule für Ballett besuchen und täglich viele Stunden üben. Tänzer/innen sind besondere Menschen. Sie müssen anpassungsfähig sowie unglaublich kritikfähig sein, ein großes Selbstbewusstsein haben, aber auch im Team arbeiten können. Mit viel Vorstellungskraft machen sie ganz unterschiedliche Figuren lebendig. Wenn Tänzer/innen mit dem Tanzen aufhören, sind sie meist erst Mitte dreißig und müssen dann einen anderen Beruf finden, wobei ihnen die beim Ballett erworbene Disziplin sicher eine gute Grundlage für den weiteren Berufs- und Lebensweg bietet.

Die Kinderunireporter/innen Sergiy, Katherina, Luca und Maria wollen genauer wissen, was man alles können muss, um als Tänzer/in Karriere zu machen, welche Strapazen Profitänzer/innen tatsächlich auf sich nehmen müssen und wie es hinter den Kulissen am Tanztheater aussieht. Um den Wissensdurst zu stillen besuchen die vier Natascha Mair bei einer Probe in der Volksoper. Die 24-Jährige ist Solotänzerin des Wiener Staatsballetts und wird in der bevorstehenden "Coppélia"-Premiere eine große Rolle verkörpern. In einer Probenpause nimmt sich die Ballerina Zeit und steht dem Reporter/innen-Quartett bei einem "Pas de cinq" Rede und Antwort.


16:55 Digital.Leben


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Andreas Felber.


17:55 Betrifft: Geschichte
Sport in der Frühen Neuzeit. Mit Martin Scheutz, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien.
Gestaltung: Robert Weichinger

Nach einer landläufigen Vorstellung entstand der "moderne Sport" um 1850 und ist vor allem durch Chancengleichheit im Wettkampf, durch ein verbindliches Regelwerk, durch Verweltlichung, durch bürokratische Organisation und durch eine ständige Jagd nach Rekorden geprägt. Lange Zeit meinte man, in der Frühen Neuzeit damit also keine sportlichen Aktivitäten ausmachen zu können.

Die neuere Forschung zeigt, unter anderem am Beispiel des "real tennis", dass viele dieser Voraussetzungen des modernen Sports aber schon im 16. Jahrhundert gegeben waren. Am Beispiel von Tennis mit einer ersten Tennisregel soll einerseits das Spiel selbst, aber auch die Sportstätten gezeigt werden. Eine erste deutsche Tennisregel wurde 1680 mit dem "Unterricht deß Ballen=Spiels" vorgelegt. Auch der Sportartikelhandel war in dieser Zeit schon weit entwickelt, es war zum Beispiel im 16. Jahrhundert für die adeligen Spieler kein Problem, Rackets und Tennisbälle aus Paris, Neapel oder Mailand zu beziehen.

Adelige und Studenten waren begeisterte Tennisspieler, was sich aber auch als kostenintensiv erwies. Neben dem Tennis wurde auch auf hohem Niveau in Reithallen geritten, der bürgerliche Schießsport blühte zudem in dieser Zeit auf.

Regelwerke und das Errichten von Sportanlagen sorgen dafür, dass wir in der Frühen Neuzeit erste Ansätze einer Institutionalisierung von Sport erleben.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:25 Journal-Panorama


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 Dimensionen
Auf dem Weg zu einer sauberen Industrie.
Von Ilse Huber.

Seit der Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts rauchen die Schlote auf der Erde und stoßen dabei große Mengen an CO2 in die Luft. Mit inzwischen unübersehbaren Folgen für das Klima und die Umwelt. Wenn schon nicht vermeiden, könnte man dieses Kohlendioxid in der Atmosphäre nicht wenigstens stabilisieren? - "Dekarbonisierung" nennen Expert/innen diese Idee: raus also aus der Kohle und weg vom Kohlenstoff.

Leichter gesagt als getan für die Industrie, die mehr als ein Viertel aller Treibhausgase weltweit produziert. Kohlendioxid wird durch die Verbrennung fossiler Rohstoffe freigesetzt, die für die Industrie hohe Prozesstemperaturen jenseits der 500° Celsius garantieren. Besonders Ammoniak für die Düngemittelindustrie, Ethylen für die Petrochemie, Zement für die Bauindustrie und die Stahlproduktion tragen maßgeblich zu den CO2-Emissionen bei.

Wie könnte der Weg zu einer kohlenstoffarmen Produktion aussehen? Ersetzen erneuerbare Energieträger und verbesserte Energienutzungen herkömmliche Prozesse? Sind die Alternativen wie Strom und Wasserstoff die Lösung?


19:30 Das Ö1 Konzert
Alice Sara Ott, Klavier.
Claude Debussy: Suite bergamasque * Frédéric Chopin: a) Nocturnes (b-Moll op. 9/1; Es-Dur op. 9/2; c-Moll op. 48/1); b) Ballade Nr. 1 g-Moll op. 23 * C. Debussy: Rêverie * Erik Satie: Première Gnossienne; Première Gymnopédie; Troisième Gnossienne * Maurice Ravel: Gaspard de la nuit. Drei Gedichte für Klavier nach Aloysius Bertrand (aufgenommen am 12. Jänner im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses).
Präsentation: Stefanie Maderthaner


21:00 Im Gespräch
"Architektur definiert soziale Zusammenhänge" – Andreas Obrecht im Gespräch mit Jana Revedin, Architektin, Architekturtheoretikerin und Schriftstellerin Jana Revedins erste Ausbildung war eine Tischler-Lehre. Danach studierte sie in Buenos Aires, Princeton und Mailand und spezialisierte sich auf die Reformarchitektur der Moderne.

Für sie ist Architektur eine Kunst, die soziale Zusammenhänge neu definiert und Gesellschaften auch verändern kann. Als Gründerin der Architektur-Stiftung LOCUS und des Global Award for Sustainable Architecture fordert und fördert sie ein radikal neues Verständnis in der Gestaltung menschlicher Lebensräume auf Basis regenerativer Ressourcen. Ihre reformatorischen Ansätze konnte sie u.a. in den Armenvierteln von Kairo und in den Favelas von Rio de Janeiro verwirklichen.

Jana Revedin, deren Lebensmittelpunkt seit vielen Jahren die Stadt Venedig ist, hat die Räume der Gestaltung auch auf die Sprache ausgeweitet. Neben architekturtheoretischen Standardwerken verfasste sie auch Belletristik – zuletzt ein biografischer Roman über Ise Frank, engagierte Mentorin der Bauhaus-Bewegung in den 1920er-Jahren und Gattin von Walter Gropius.

Jana Revedin, als viertes Kind einer preußischen Akademikerfamilie 1965 geboren, hat – wie sie Andreas Obrecht erzählt – ein Gutteil ihrer Kindheit selbst in einem Haus eines Bauhaus-Architekten am Bodensee verbracht.


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Radiokolleg
Integrieren. Innovativ denken und handeln (4).
Gestaltung: Margarethe Engelhardt Krajanek

Das Land der Flammen. Aserbaidschan Revisited (4).
Gestaltung: Sabine Nikolay

Der letzte Schliff. Was ist gutes Audiomastering? (4).
Gestaltung: Hans Groiss


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
CTM Festival. Ein Rückblick auf zwei Jahrzehnte transmedialer Club Kultur.
Gestaltung: Susanna Niedermayr

Als Ende der 1980er-Jahre Heimcomputer langsam erschwinglich wurden und sich immer mehr Menschen mit dem Internet verbanden, entstand mit House und Techno nicht nur eine neue Musikkultur, sondern mit dem Club auch ein neuer Ort der gesellschaftlichen Utopie. Im Club, so die Idealvorstellung, sollten sich alle auf Augenhöhe begegnen können, sollte sich jeder neu erfinden können. An diese Utopie knüpften die Gründer des Berliner Club Transmediale 1999 an und schuften mit ihrem Festival ein mehrtägiges Biotop, das zum Austausch einlud.

Die Kommerzialisierung der neuen elektronischen Tanzmusik ließ nicht lange auf sich warten, der Club Transmediale bzw. das CTM Festival, wie die Veranstaltung seit einigen Jahre heißt, ist der Utopie von damals treu geblieben und mittlerweile einer der wichtigsten Umschlagplätze für elektronische und artverwandte Musik – für "abenteuerliche" Musik, wie es in der Selbstbeschreibung nun auch heißt – weltweit.

Bevor morgen die Jubiläumsausgabe beginnt, werfen wir gemeinsam mit den drei Festivalleitern Jan Rohlf, Oliver Baurhenn und Remco Schuurbiers einen Blick auf die ästhetischen und soziomusikalischen Entwicklungen der letzten beiden Jahrzehnte.

*

Freitag, 25. Januar 2019


00:00 Nachrichten


00:05 Ausgewählt

(Wiederholung von 10:06 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 03:00 Uhr Nachrichten


05:00 Nachrichten


05:03 Guten Morgen Österreich


06:00 Ö1 Frühjournal


06:10 Guten Morgen Österreich


06:56 Gedanken für den Tag
"Bilder der Seele". Johanna Schwanberg, Direktorin des Dom Museum Wien, über den norwegischen Jahrhundertwendestar Edvard Munch anlässlich dessen 75. Todestages. –
Gestaltung: Alexandra Mantler

Edvard Munchs legendäre Bilder wie der "Schrei" gehören zu den Ikonen der Kunstgeschichte und finden sich auch 75 Jahre nach dessen Tod inflationär vermarktet auf Postern, Tassen und Faschingsmasken. Kein Zufall. Denn die Themen, die der norwegische Jahrhundertwendestar an der Schwelle von Symbolismus und Expressionismus in seiner Kunst erfasste, sind zeitlos und stehen für die tiefsten Empfindungen des menschlichen Lebens in Bezug auf Angst, Tod, Trauer, Sehnsucht, Einsamkeit, Liebe und Eifersucht. Aber nicht nur inhaltlich, auch die künstlerische Arbeitsweise und die Überschreitung von Gattungsgrenzen betreffend, war Munch seiner Zeit voraus und gilt als Pionier der Moderne.

In den "Gedanken für den Tag" spürt Johanna Schwanberg, Kunst- und Literaturwissenschafterin und Direktorin des Dom Museum Wien, dem von Tod und Schicksalsschlägen gekennzeichneten Leben Edvard Munchs nach. Vor allem aber beleuchtet sie einzelne, berühmte wie auch weniger bekannte Gemälde, Druckgrafiken und Zeichnungen des Künstlers. Sie fragt nach der existenziellen Direktheit von Munchs Kunst, die heute wie damals unter die Haut geht, weil sie die Seelenzustände eines Menschen auf unvergleichliche Weise in Farben und Formen zum Ausdruck bringt.


07:00 Ö1 Morgenjournal
mit Kultur aktuell


07:33 Guten Morgen Österreich


07:52 Leporello


08:00 Ö1 Journal um acht


08:20 Pasticcio


08:55 Vom Leben der Natur


09:00 Nachrichten


09:05 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


09:42 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


09:57 Ö1 heute


10:00 Nachrichten


10:05 Intrada – Österreichs Musizierende im Porträt
Der Pianist Maximilian Kromer +++ Good Vibes – Das CD-Debüt der Bruckner University Big Band +++ Ö1 Talentebörse.
Präsentation: Stefan Höfel


11:00 Nachrichten


11:05 Radiogeschichten – Neue Literatur aus Österreich
"Unscheinbare Momente" und andere Erzählungen. Von Christine Haidegger.
Es liest Chris Pichler.
Gestaltung: Daniela Wagner

Im ihrem aktuellen Erzählband versteht es Christine Haidegger, mit wenigen prägnanten Sätzen Atmosphäre einzufangen und die Leser mitten in die Leben ihrer Figuren zu führen. Die insgesamt 15 Geschichten spielen am Meer, in Ägypten, Venedig und Salzburg. Meist handeln sie von Geheimnissen, die unter der Oberfläche pulsieren. Haidegger spielt mit Klischees, menschlichen Abgründen und angedeuteten Idyllen. In "Unscheinbare Momente" etwa erzählt die Autorin von Enzo, einem einsamen Mann, der seine viel zu früh verstorbene Frau vermisst. In "Meergrün" lässt sie die Leser mit den Augen eines blinden Mannes sehen.

Christine Haidegger wurde 1942 in Dortmund geboren. Ihre Jugend verbrachte sie in Oberösterreich. Nach Aufenthalten in Frankreich, Italien und England lebt sie seit 1962 in Salzburg. Haidegger schreibt Lyrik, Kurzprosa und Romane. Für ihr Werk hat sie zahlreiche Preise erhalten, aber beinahe mehr Aufmerksamkeit als ihre Bücher fand ihre Arbeit als Literaturvermittlerin und ihr Engagement für die Interessen von Schriftstellern. Sie ist Mitbegründerin des Salzburger Literaturhauses, wo sie auch im Vorstand tätig ist, und sie rief den Meta-Merz-Literaturpreis ins Leben, der als Förderpreis für junge Autorinnen in unregelmäßigen Abständen ausgeschrieben wird.


11:25 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


11:30 Des Cis
mit Gerhard Krammer.


11:57 Ö1 heute


12:00 Ö1 Mittagsjournal
mit Nachrichten in englischer Sprache


13:00 Punkt eins


13:55 Wissen aktuell


14:00 Nachrichten


14:05 In Concert
Highlight der Rock-Geschichte: Deep Purple in Bestform.
Gestaltung: Klaus Wienerroither

Auf ihrer Japan-Tournee im Dezember 1972 lässt die englische Rockband Deep Purple drei Konzerte mitschneiden. Das aus diesen Aufnahmen entstandene Album "Made in Japan" gilt bis heute als eines der besten Live-Alben der Rockgeschichte. Die bekannteste und erfolgreichste Besetzung der Hardrock-Band-Legende – Jon Lord, Ritchie Blackmore, Ian Paice, Ian Gillan, Roger Glover – präsentiert sich in glänzender Spiellaune: Ausufernde Improvisationen und ein wasserdichtes Zusammenspiel der fünf Akteure haben wesentlich zum Ruhm dieses Doppelalbums beigetragen, welches viele junge Rockbands ziemlich alt aussehen lässt. In der digitalen Wiederveröffentlichung findet man als Bonustrack auch eine erstaunliche Coverversion des Little-Richard-Klassikers "Lucille".


15:30 Moment – Kulinarium


15:55 Schon gehört? Tipps für Klein und Groß


16:00 Nachrichten


16:05 Da capo: Im Gespräch
"Architektur definiert soziale Zusammenhänge" – Andreas Obrecht im Gespräch mit Jana Revedin, Architektin, Architekturtheoretikerin und Schriftstellerin

Jana Revedins erste Ausbildung war eine Tischler-Lehre. Danach studierte sie in Buenos Aires, Princeton und Mailand und spezialisierte sich auf die Reformarchitektur der Moderne.

Für sie ist Architektur eine Kunst, die soziale Zusammenhänge neu definiert und Gesellschaften auch verändern kann. Als Gründerin der Architektur-Stiftung LOCUS und des Global Award for Sustainable Architecture fordert und fördert sie ein radikal neues Verständnis in der Gestaltung menschlicher Lebensräume auf Basis regenerativer Ressourcen. Ihre reformatorischen Ansätze konnte sie u.a. in den Armenvierteln von Kairo und in den Favelas von Rio de Janeiro verwirklichen.

Jana Revedin, deren Lebensmittelpunkt seit vielen Jahren die Stadt Venedig ist, hat die Räume der Gestaltung auch auf die Sprache ausgeweitet. Neben architekturtheoretischen Standardwerken verfasste sie auch Belletristik – zuletzt ein biografischer Roman über Ise Frank, engagierte Mentorin der Bauhaus-Bewegung in den 1920er-Jahren und Gattin von Walter Gropius.

Jana Revedin, als viertes Kind einer preußischen Akademikerfamilie 1965 geboren, hat – wie sie Andreas Obrecht erzählt – ein Gutteil ihrer Kindheit selbst in einem Haus eines Bauhaus-Architekten am Bodensee verbracht.


17:00 Ö1 Journal um fünf


17:09 Kulturjournal


17:30 Spielräume
Musik aus allen Richtungen mit Wolfgang Schlag.


17:55 Betrifft: Geschichte
Sport in der Frühen Neuzeit. Mit Martin Scheutz, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, Universität Wien.
Gestaltung: Robert Weichinger

Nach einer landläufigen Vorstellung entstand der "moderne Sport" um 1850 und ist vor allem durch Chancengleichheit im Wettkampf, durch ein verbindliches Regelwerk, durch Verweltlichung, durch bürokratische Organisation und durch eine ständige Jagd nach Rekorden geprägt. Lange Zeit meinte man, in der Frühen Neuzeit damit also keine sportlichen Aktivitäten ausmachen zu können.

Die neuere Forschung zeigt, unter anderem am Beispiel des "real tennis", dass viele dieser Voraussetzungen des modernen Sports aber schon im 16. Jahrhundert gegeben waren. Am Beispiel von Tennis mit einer ersten Tennisregel soll einerseits das Spiel selbst, aber auch die Sportstätten gezeigt werden. Eine erste deutsche Tennisregel wurde 1680 mit dem "Unterricht deß Ballen=Spiels" vorgelegt. Auch der Sportartikelhandel war in dieser Zeit schon weit entwickelt, es war zum Beispiel im 16. Jahrhundert für die adeligen Spieler kein Problem, Rackets und Tennisbälle aus Paris, Neapel oder Mailand zu beziehen.

Adelige und Studenten waren begeisterte Tennisspieler, was sich aber auch als kostenintensiv erwies. Neben dem Tennis wurde auch auf hohem Niveau in Reithallen geritten, der bürgerliche Schießsport blühte zudem in dieser Zeit auf.

Regelwerke und das Errichten von Sportanlagen sorgen dafür, dass wir in der Frühen Neuzeit erste Ansätze einer Institutionalisierung von Sport erleben.


18:00 Ö1 Abendjournal


18:20 Europa-Journal


18:55 Religion aktuell


19:00 Nachrichten


19:05 matrix – computer & neue medien
Wie Smartphone und Sprachassistenten unsere Sprache formen.
Gestaltung: Julia Gindl

Wenn wir auf unserem Smartphone Nachrichten verfassen, erhalten wir – sofern nicht deaktiviert - Formulierungsvorschläge. Das Textprogramm glaubt zu wissen, was wir schreiben möchten und schlägt Wortvervollständigungen oder auch ganze Wörter vor. Für den deutschen Sprachwissenschafter Henning Lobin ist dies ein massiver Eingriff in das eigene Formulierungsverhalten.

"Hey Siri, stell den Timer auf 10 Minuten!" Nicht besonders liebevoll, eher im Befehlston formulieren wir, wenn wir mit Sprachassistenten reden. Ob virtuelle Systeme oder intelligente Maschinen und der Umgang mit ihnen unseren Wortschatz und unsere Sprache verändern, hat sich Julia Gindl angeschaut.

Moderation und Redaktion: Franz Zeller


19:30 Das Ö1 Konzert (Dolby Surround)
ORF Radio-Symphonieorchester Wien, Dirigent: Marc Minkowski; Damen der Wiener Singakademie; Denis Kozhukhin, Klavier.
Claude Debussy: Trois Nocturnes – Symphonisches Triptychon für Frauenchor und Orchester * César Franck: Variations symphoniques für Klavier und Orchester D-Dur M 46 * Ernest Chausson: Symphonie B-Dur op. 20 (aufgenommen am 17. Jänner im Großen Konzerthaussaal in Wien in Dolby Digital 5.1).
Präsentation: Eva Teimel

Eine einzige Farbe in verschiedenen Besetzungen wiederzugeben ? das stand Claude Debussy im Sinn, als er seine "Trois Nocturnes" komponierte. Die Bewegung der Wolken, ein buntes Jahrmarkttreiben und die vom Mond silbern scheinenden Wellen des Meeres, deren Rauschen durchdrungen ist vom mysteriösen Gesang der Sirenen ? diese drei Bilder malte Debussy in seiner Musik. Und distanzierte sich damit einmal mehr von der auch in seinen Jugendjahren so geschätzten Klang- und Ideenwelt Richard Wagners. Diskretion, so Debussy, ist das Gebot der Muse!

Ganz anders da sein enger Freund und Vertrauter Ernest Chausson, dessen musikalischer Horizont durchaus intensiver durch Wagner bestimmt wurde. Anklänge an diesen finden sich auch in seiner 1890 fertiggestellten Symphonie in B-Dur. Die Symphonie sollte ihm den ersehnten Erfolg bescheren ? lange konnte der Komponist ihn jedoch nicht genießen, da ihn neun Jahre später ein Fahrradunfall aus dem Leben riss.

Die Vorliebe für die deutschen Meister bekam Chausson durch seinen Lehrer César Franck vermittelt, der der Überzeugung war, dass Musik nicht bloße Unterhaltung, sondern eine Idee sei. Sein individueller Stil vereint beide Elemente ? so auch in seinen "Variations Symphoniques", in denen Franck den traditionellen Wetteifer zwischen Solist und Orchester zu einem beredten und durchaus lyrischen Dialog wandelt. (Eva Teimel)


21:55 Schon gehört?
Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.


22:00 Ö1 Nachtjournal


22:08 Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin


22:23 Kontext – Sachbücher und Themen
Redaktion: Wolfgang Ritschl


23:00 Nachrichten


23:03 Zeit-Ton
Sten Sandell bei der NOWJazz Session der Donaueschinger Musiktage 2018.
Gestaltung: Nina Polaschegg

Der schwedische Pianist Sten Sandell liebt und lebt das energetische, dem Free Jazz nahe stehende Spiel ebenso wie fein gesponnene, klar gesetzte Klangwelten, von denen man vermuten würde, dass sie eher von der zeitgenössischen komponierten Musik inspiriert sind. Mit Letzterer hat sich der Pianist auch intensiv auseinander gesetzt. Einerseits liebt er den Moment, das pure Hier und Jetzt, das Spiel ohne Netz und jeglicher Vorabsprachen.

In anderen Formationen wiederum richtet Sten Sandell sein Augenmerk auf strukturelle Konzepte, auf klare und komplexe Entwicklungen und Interaktionen. Zwei weithin bekannte aktuelle Formationen, in denen Sten Sandell zu hören ist, ist etwa Mats Gustafssons Fire! Orchestra oder das Quintett Life And Other Transient Storms. Das Solospiel ist ein weiteres Steckenpferd des Pianisten, der sich im Rahmen der Donaueschinger Musiktage mit Orgelklängen auf den Weg "ins Innere der Stille" begeben hat und auf kleiner und großer Orgel nebst seiner eigenen Stimme die Christuskirche in Donaueschingen bespielt hat.


00:00 Nachrichten


00:05 Intrada
Österreichs Musizierende im Porträt.
(Wiederholung von 10:05 Uhr).


01:00 Nachrichten


01:03 Die Ö1 Klassiknacht

dazw. 3:00 und 5:00 Uhr Nachrichten
 

– Änderungen und Ergänzungen vorbehalten –
 

*


Quelle:
Radio ORF1 – Programminformationen
4. Woche – 19.01. bis 25.01.2019
Österreichischer Rundfunk ORF
Würzburggasse 30, 1136 Wien, Österreich
Tel. 0043-1/87 87 8-0, Fax 0043-1/87 87-330
Internet: www.orf.at


veröffentlicht im Schattenblick zum 11. Januar 2019

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