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NOTFALL/372: Sepsis - so gefährlich wie Herzinfarkt oder Schlaganfall (ÄKN)


Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) - Presseinformation vom 12. September 2025

Welt-Sepsis-Tags am 13. September 2025

Sepsis - so gefährlich wie Herzinfarkt oder Schlaganfall


Eine Sepsis wird viel zu oft nicht rechtzeitig diagnostiziert. Zum Welt-Sepsis-Tag am 13. September 2025 informieren die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen Dr. med. Martina Wenker und die stellvertretende Präsidentin Dr. med. Marion Charlotte Renneberg über die wichtigsten Warnzeichen.


Hannover, den 12. September 2025. Mindestens 230.000 Menschen in Deutschland erleiden jährlich eine Sepsis, in deren Folge mindestens 85.000 Personen versterben - so die Zahlen des Aktionsbündnisses Patientensicherheit(1). Verglichen mit Australien, Schweden oder den USA hat Deutschland der Sepsis-Stiftung zufolge eine etwa doppelt so hohe Sterberate(2). Angesichts der Tatsache, dass hierzulande etwa alle sechs Minuten ein Mensch an Sepsis stirbt, liegt sie als Notfall im Rettungsdienst ähnlich häufig vor wie ein Herzinfarkt oder Schlaganfall. Doch nur bei einem von 20 betroffenen Patientinnen und Patienten wird die auch als Blutvergiftung bekannte Sepsis vom Rettungsfachpersonal erkannt.

"Sepsis muss in der Regel schneller diagnostiziert werden", fordert die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN) Dr. med. Martina Wenker anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September 2025: "Weil wir es bei einer Sepsis mit eher unspezifischen Symptomen wie schneller Atmung, schnellem Puls, Fieberschüben und einem ausgeprägten Krankheitsgefühl zu tun haben, wird diese lebensbedrohliche Erkrankung oft zu spät erkannt", so die Fachärztin für Innere Medizin sowie Lungen- und Bronchialheilkunde. Deshalb sei es wichtig, gleich im Rettungswagen zu klären, ob dem Notfall eine Infektion zugrunde liege. "Dann können entsprechend frühzeitig wichtige Vitalparameter erfasst und dokumentiert werden", erläutert die Ärztekammerpräsidentin: "Liegt ein septischer Schock vor, sollte schnellstmöglich mit einer antiinfektiven Therapie begonnen werden."

Sepsis-Patientinnen und Patienten rechtzeitig zu identifizieren, benötige die Aufmerksamkeit von allen, die in das Geschehen rund um eine betroffene Person involviert seien, betont Dr. med. Marion Charlotte Renneberg, stellvertretende Ärztekammerpräsidentin und niedergelassene Fachärztin für Allgemeinmedizin. "Wenn eine Infektion besteht und Warnzeichen wie eine erhöhte Atemfrequenz, ein niedriger Blutdruck und eine neu auftretende Verwirrtheit oder Apathie erkennbar sind, kann dies auf eine Sepsis hindeuten", so Renneberg. Eine feucht-kalte oder marmoriert aussehende Haut sowie extreme Schmerzen seien weitere alarmierende Hinweise.

Auch, dass es wichtig ist, eine Sepsis als Notfall zeitnah zu behandeln, unterstreicht die stellvertretende ÄKN-Präsidentin: "Mit jeder Stunde steigt die Gefahr des Organversagens und damit sinkt die Überlebenschance." Nach überstandener Krankheit benötigten Betroffene oft lange, um sich zu erholen und es könne zu Bewegungseinschränkungen, kognitiven Defiziten und Organschäden bis hin zum Verlust von Extremitäten kommen, so Renneberg: "Den an Sepsis Erkrankten droht nach schweren Verläufen nicht selten eine erhebliche Einbuße an Lebensqualität oder eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit. Deshalb ist die frühzeitige Diagnose bei Sepsis genauso wichtig wie bei einem Schlaganfall oder Herzinfarkt."

Quellen

(1) Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V.
https://www.aps-ev.de/project/deutschland-erkennt-sepsis/

(2) Sepsis-Stiftung
https://sepsis-stiftung.de/


Über die Ärztekammer Niedersachsen:

Die Ärztekammer Niedersachsen ist die standesrechtliche Vertretung der rund 47.000 Ärztinnen und Ärzte im Flächenland Niedersachsen. Sie nimmt in Selbstverwaltung öffentliche Aufgaben im Gesundheitswesen wahr und erfüllt zugleich weisungsgebunden übertragene staatliche Aufgaben. Außerdem setzt sie sich für eine qualitativ hochwertige ärztliche Fort- und Weiterbildung ein und betreut die Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten.

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Quelle:
ÄKN - Ärztekammer Niedersachsen - Kommunikation
Presseinformation vom 12. September 2025
Karl-Wiechert-Allee 18-22, 30625 Hannover
Telefon: 0511 380-02, Fax: 0511 3802-2199
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Internet: www.aekn.de

veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 12. September 2025

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