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WIRTSCHAFT/9354: Nachrichten - BR Text 19.06.2020


BR Text vom 19.06.2020 - Nachrichten Wirtschaft


+++ Wirecard-Chef Braun tritt zurück +++ Karstadt-Kaufhof schließt 62 Filialen +++ Sechs Standorte in Bayern betroffen +++ BMW: Einigung über Stellenabbau +++ Kurzarbeit in jedem dritten Betrieb +++ Bodenpersonal demonstriert am Flughafen +++ Vier Wirtschaft Kurzmeldungen +++

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Wirecard-Chef Braun tritt zurück

Inmitten eines milliardenschweren
Bilanzskandals ist der Chef des Zah-
lungsdienstleisters Wirecard, Braun,
zurückgetreten.

Er lege sein Amt mit sofortiger Wirkung
nieder, teilte das Unternehmen in Mün-
chen mit. Interims-Chef werde der erst
am Vorabend in den Vorstand berufene
US-Manager Freis.

Wirecard hatte am Vortag erneut die
Vorlage seines Jahresabschlusses wegen
milliardenschwerer Unklarheiten ver-
schoben.Die Indizien für einen Betrugs-
fall um den DAX-Konzern verdichteten
sich. Die Aktie verlor stark an Wert.

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Karstadt-Kaufhof schließt 62 Filialen

Deutschlands letzter großer Warenhaus-
konzern hat die Schließung von 62 sei-
ner 172 Warenhäuser angekündigt.

Insgesamt 5.317 Mitarbeiter werden da-
durch nach Angaben des Gesamtbetriebs-
rates ihre Arbeit verlieren. Die Ge-
werkschaft Verdi hatte zuvor sogar von
rund 6.000 der noch 28.000 Beschäftig-
ten gesprochen, die von dem Kahlschlag
betroffen seien.

Galeria Karstadt Kaufhof war durch die
pandemiebedingte Schließung aller Fi-
lialen in eine schwere Krise geraten
und hatte Anfang April Rettung in einem
Schutzschirmverfahren suchen müssen.

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Sechs Standorte in Bayern betroffen

In Bayern sollen sechs Filialen von
Galeria Karstadt Kaufhof geschlossen
werden.

Das erfuhr der Bayerische Rundfunk von
der Gewerkschaft Verdi in Bayern. Die
Standorte sind demnach München mit drei
Filialen (Stachus, Nordbad, OEZ),
Ingolstadt, Nürnberg mit zwei Filialen
(Lorenzkirche und Langwasser). Direkt
betroffen seien davon 800 Beschäftigte.

Noch offen sei, wie es mit den Sports
Filialen und Karstadt Feinkost weiter-
geht, hieß es von Verdi weiter. Auch
über die Reisebüros sei noch nicht ent-
schieden worden.

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BMW: Einigung über Stellenabbau

BMW hat mit den Arbeitnehmervertretern
eine Einigung über den angekündigten
Stellenabbau erzielt.

Management und Betriebsrat hätten sich
auf "ein ausgewogenes Personalmaßnah-
menpaket" verständigt, so der bayeri-
sche Autobauer. Der geplante Stellen-
abbau des Unternehmens soll demnach
durch Fluktuation und mit freiwilligen
Vereinbarungen erfolgen.

BMW hatte bereits früher erklärt, dass
rund 6.000 Stellen wegfallen könnten.
Weltweit beschäftigt BMW 126.000 unbe-
fristet angestellte Mitarbeiter.

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Kurzarbeit in jedem dritten Betrieb

In Bayern ist so viel Kurzarbeit bean-
tragt worden wie noch nie.

Laut der Regionaldirektion der Bundes-
agentur für Arbeit meldete jeder dritte
Betrieb seit März Kurzarbeit an. Das
entspricht rund 140.000 Betrieben oder
Betriebseinheiten. Demnach sind 2,1
Millionen Beschäftigte im Freistaat be-
troffen.

Gewerkschafter begrüßten die Möglich-
keit der Kurzarbeit, um Arbeitnehmer in
Krisenzeiten vor Kündigungen zu schüt-
zen. Allerdings gibt es Befürchtungen,
dass Unternehmen diese Hilfen auch
ausnutzten.

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Bodenpersonal demonstriert am Flughafen

Im Rahmen bundesweiter Proteste an
großen Flughäfen haben rund 50 Beschäf-
tigte des Bodenpersonals am Münchner
Flughafen demonstriert und einen bun-
desweit einheitlichen Tarifvertrag und
eine Aufstockung des Kurzarbeitergel-
des gefordert.

Check-in-Mitarbeiter, Gepäckabfertiger,
und Sicherheitsmitarbeiter leiden seit
drei Monaten unter den Folgen der Coro-
na-Pandemie und müssen mit weniger als
700 Euro im Monat auskommen.

Sie fordern deshalb eine Aufstockung
des Kurzarbeitergelds von 60 auf 95
Prozent des Nettolohns.

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VIER WIRTSCHAFT KURZMELDUNGEN

Washington: Die Deutsche Bank zahlt in
den USA wegen Marktmanipulationen und
anderer Regelverstöße rund zehn Millio-
nen Dollar (8,9 Mio. Euro) an Bußgel-
dern. Damit werden zwei Ermittlungsver-
fahren beigelegt, wie die US-Finanzauf-
sicht CFTC mitteilte. Wegen ihrer "gu-
ten Kooperation" bei den Untersuchungen
erhielt die Deutsche Bank laut CFTC
eine geringere Strafe.

Berlin: Ferienhäuser und Ferienwohnun-
gen sind bei Urlaubern nach Branchen-
angaben in der Corona-Krise gefragt. In
den Ferienorten an Nord- und Ostsee
seien die Unterkünfte für die Sommer-
ferien bereits zu 90 Prozent ausgelas-
tet, teilte der Deutsche Ferienhaus-
Verband der dpa mit.

Frankfurt: Nach coronabedingten Einbrü-
chen im April hat die Zahl der Neuzu-
lassungen von Wohnmobilen im Mai den
höchsten Stand der Branchengeschichte
erreicht. Mehr als 10.000 neue Wohnmo-
bile seien seit Lockerung der Corona-
Einschränkungen registriert worden,
teilte der Caravaning Industrie Verband
mit - eine Steigerung um mehr als 30 %
im Vergleich zum Mai 2019.

Berlin: Die Zahl der Genehmigungen für
den Wohnungsbau ist in den ersten vier
Monaten trotz Corona-Krise gestiegen.
Die Behörden genehmigten den Bau von
110.600 Wohnungen und damit 4,5 % mehr
als im Vorjahreszeitraum 2019, wie das
Statistische Bundesamt mitteilte.

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Quelle:
BR Text
Bayerischer Rundfunk, Programmbereich Bayern 3 - Jugend - Multimedia
Floriansmühlstr. 60, 80939 München
E-Mail: bayerntext@br-online.de
Internet: www.bayerntext.de
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