Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (LBV) - Verband für
Arten- und Biotopschutz
Pressestatement vom 12. November 2025
Pressestatement der Leiterin der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Schwaben Brigitte Kraft zum Lurch des Jahres 2026
Lurch des Jahres 2026: LBV gratuliert dem Alpensalamander
Brigitte Kraft, Leiterin der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Schwaben:
"Wir freuen uns sehr, dass der Alpensalamander von der Deutschen
Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) zum 'Lurch des
Jahres 2026' gekürt wurde. Der pechschwarze Schwanzlurch kommt nur in
den Alpen und in wenigen Bereichen des Alpenvorlands vor. Deshalb
trägt Bayern eine besondere Verantwortung für diese in Europa streng
geschützte Art. Besonders ist auch seine Fortpflanzung: Statt Eier
abzulegen, bringt das Weibchen nach einer sehr langen Tragzeit von
zwei bis vier Jahren ihre Jungen lebend zur Welt. Je höher der
Lebensraum liegt, desto länger dauert die Entwicklung - eine perfekte
Anpassung an die harten Bedingungen im Gebirge."
"Der LBV erfasst seit Jahren im Alpenraum, mit Schwerpunkt auf das Ost- und Oberallgäu, wie viele Alpensalamander auf Straßen überfahren werden. Auf manchen Straßen sind es über 40 Prozent der Tiere. Das ist alarmierend und kann dazu führen, dass der Alpensalamander in diesen Gebieten ganz verschwindet. Neben den Verkehr setzen ihm Düngung, der Verlust vielfältiger Strukturen in der Landschaft und eine höhere Anzahl an Weidetieren auf Alm- und Alpflächen zu. Auch der menschgemachte Klimawandel wird diese besondere Art nicht verschonen."
Um mehr über die Verbreitung und die Gefährdung des Alpensalamanders zu erfahren, hat der bayerische Naturschutzverband LBV (Landesbund für Vogel- und Naturschutz) eine Online-Meldeplattform eingerichtet. Sichtungen von lebenden und toten Tieren können unter LBV.de/alpensalamander-projekt gemeldet werden. Ergänzend zu diesem Citizen-Science-Projekt hat der LBV eine Wanderausstellung, Infobroschüren und ein Bildungskonzept entwickelt. Auch wurden erste Hinweisschilder im Gelände aufgehängt, um die Bevölkerung für den Schutz des Alpensalamanders zu sensibilisieren. In den vergangenen zwei Jahren hat der LBV zudem knapp 280 Alpensalamander auf den Amphibienpilzes Bsal untersuchen lassen, der für die Tiere tödlich ist. Zum Glück wurde dieser gefährliche Pilz in den Alpen bislang noch nicht nachgewiesen.
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Quelle:
Pressestatement, 12.11.2025
Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.
Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein
Tel.: 09174/4775-80
E-Mail: info@lbv.de
Internet: www.lbv.de
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 21. November 2025
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