GLOBAL 2000 / Friends of the Earth Austria - Presseaussendung, 25.09.2025
Kurzsichtig, intransparent, fahrlässig: GLOBAL 2000 kritisiert Lobau-Pläne scharf
In Zeiten von Klimakrise baggert Verkehrsminister Hanke ein verantwortungsloses Milliardenloch in ein ohnehin klammes Budget
Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert die heutige Entscheidung von Verkehrsminister Hanke, das Projekt Lobautunnel voranzutreiben, scharf. Während Teile des Projekts genehmigt sind, liegt der Tunnel noch immer vor dem EuGH und ist damit nicht genehmigungsfähig, bevor dort keine Entscheidung gefällt wird. "Das Verkehrsministerium hatte eine umfassende Evaluierung des Projekts angekündigt. Stattdessen wird nun einfach bekanntgegeben, dass es grünes Licht für das Projekt gibt. Dieses Vorgehen ist intransparent und für uns in Zeiten der Klimakrise vollkommen unverständlich", zeigt sich Hannah Keller, Klima- und Energiesprecherin von GLOBAL 2000 entsetzt. "Wir fordern einen kompletten Stopp aller dazugehörigen Bauvorhaben bis es zu einer Entscheidung des EuGHs kommt."
Der Lobautunnel ist nicht nur für Klima- und Umwelt eine Katastrophe, sondern auch ein Milliardenprojekt, das bisher nicht genehmigungsfähig ist. Schätzungen gehen davon aus, dass das gesamte Projekt bis zu sechs Milliarden Euro kosten könnte. "Österreichs Bundesregierung betont ständig, dass an allen Ecken und Enden gespart werden muss, da die Budgetsanierung höchste Priorität hat. Während das Klimaticket teurer wird, nicht alle Pensionen die volle Inflationsanpassung bekommen und Bahninfrastruktur-Ausbauprojekte auf Eis gelegt werden, möchte Verkehrsminister Hanke nun Milliarden an Steuergeldern in ein nicht vollständig genehmigtes Mega-Bauprojekt investieren", erklärt Keller. "Das ist nicht mehr kurzsichtig, sondern schon fahrlässig. Mit vergleichsweise niedrigem finanziellen Aufwand könnte der Norden Wiens besser ins öffentliche Verkehrsnetz integriert werden. Verkehrsminister Hanke muss den Anrainer:innen eine sozial gerechte und klimaverträgliche Lösung bieten, statt sie jahrelang auf ein Milliardenprojekt warten zu lassen."
Der Verkehrssektor ist in Österreich mit einem Anteil von rund 28%
nach wie vor das Sorgenkind beim Treibhausgasausstoß und der einzige
Sektor, in dem die Emissionen heute höher sind als im Jahr 1990. "Der
Konsens in der Verkehrsforschung ist klar: Straßenbauprojekte führen
immer zu mehr Verkehr. Während klimabedingte Extremwetterereignisse
stetig zunehmen, verfehlen wir aktuell unsere Klimaziele meilenweit.
Ein Projekt wie der Lobautunnel ist besonders in diesen Zeiten
untragbar. Die Bundesregierung und Verkehrsminister Hanke sind in der
Pflicht, Österreich klimafit zu machen. Wir fordern: Sozial gerechte
Verkehrswende statt milliardenschwerem Planungsfossil!" so Keller
abschließend.
Anmerkung der SB-Redaktion:
zum Thema im Schattenblick siehe auch
Global 2000: Knapp 500 Menschen bei Rad-Demo gegen den Lobautunnel
www.schattenblick.de/infopool/umwelt/fakten/ufaak790.html
*
Quelle:
Presseaussendung, 25.09.2025
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000
Neustiftgasse 36, A-70 Wien
Tel: +43/1/812 57 30, Fax: +43/1/812 57 28
E-Mail: office@global2000.at
Internet: www.global2000.at
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 26. September 2025
Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang