DESTATIS - Pressemitteilung Nr. 326 vom 8. September 2025
Stromerzeugung im 1. Halbjahr 2025: 5,9% weniger Strom aus erneuerbaren Energien
• Im Inland produzierte Strommenge wegen Anstieg um rund 10% bei fossilen Energieträgern insgesamt nahezu unverändert zum Vorjahreszeitraum
• Stromerzeugung aus Windkraft geht wegen schwacher Windverhältnisse um rund 18% zurück, Stromproduktion aus Photovoltaik steigt dagegen um rund 28%
• Stromimporte steigen um 0,8%, Stromexporte um 6,5% - insgesamt verfügbare und nachgefragte Strommenge damit fast unverändert
WIESBADEN - Im 1. Halbjahr 2025 wurden in Deutschland 221 Milliarden
Kilowattstunden Strom erzeugt und in das Netz eingespeist. Wie das
Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen
mitteilt, waren das 0,3% mehr als im 1. Halbjahr 2024. Die
Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energiequellen sank dabei um 5,9%
auf 127,7 Milliarden Kilowattstunden. Damit stammten 57,8% des
inländisch produzierten Stroms aus erneuerbaren Quellen (1. Halbjahr
2024: 61,6%). Demgegenüber stieg die Stromerzeugung aus
konventionellen Energieträgern gegenüber dem Vorjahreszeitraum um
10,1% auf 93,2 Milliarden Kilowattstunden und einen Anteil von 42,2%
der inländischen Stromproduktion (1. Halbjahr 2024: 38,4%).
Die Stromerzeugung aus Windkraft sank im 1. Halbjahr 2025 gegenüber dem 1. Halbjahr 2024 um 18,1% auf 60,2 Milliarden Kilowattstunden. Dieser Rückgang war das Ergebnis ungewöhnlich schwacher Windverhältnisse. Dennoch blieb die Windkraft mit einem Anteil von 27,2% der wichtigste Energieträger in der inländischen Stromproduktion.
Dagegen nahm die Stromproduktion aus Photovoltaik stark zu: Mit einem Anstieg von 27,9 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Einspeisung auf 39,3 Milliarden Kilowattstunden. Strom aus Photovoltaik machte damit 17,8 % der gesamten produzierten Strommenge aus und nahm den dritten Platz in der inländischen Stromerzeugung ein. Der Anstieg der Einspeisung aus Photovoltaik erklärt sich vor allem durch den Zubau neuer Anlagen sowie durch ungewöhnlich viele Sonnenstunden.
Die in Kohlekraftwerken erzeugte Strommenge stieg im 1. Halbjahr 2025 gegenüber dem 1. Halbjahr 2024 um 9,3% auf 50,3 Milliarden Kilowattstunden. Damit blieb Kohle mit einem Anteil von 22,7% des insgesamt produzierten Stroms der zweitwichtigste Energieträger in der inländischen Stromerzeugung.
Auch die Stromerzeugung aus Erdgas legte zu, und zwar um 11,6% gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 35,8 Milliarden Kilowattstunden. Der Zuwachs bei der Photovoltaik war allerdings so stark, dass Erdgas mit einem Anteil von 16,2% an der gesamten Stromproduktion auf den vierten Platz der wichtigsten Energieträger zurückfiel.
Die nach Deutschland importierte Strommenge stieg im 1. Halbjahr 2025
im Vergleich zum 1. Halbjahr 2024 leicht um 0,8% auf 37,8 Milliarden
Kilowattstunden. Dagegen stieg die exportierte Strommenge um 6,5% auf
29,5 Milliarden Kilowattstunden. Damit wurden rund 28% mehr Strom aus
dem Ausland importiert als dorthin exportiert. Nachdem im 1. Halbjahr
2024 ein Importüberschuss von 9,8 Milliarden Kilowattstunden
verzeichnet worden war, schmälerte sich dieser im 1. Halbjahr 2025 auf
8,3 Milliarden Kilowattstunden. Dies führte zusammen mit der leichten
Zunahme der inländischen Produktion dazu, dass die in Deutschland
verfügbare und nachgefragte Strommenge im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum leicht um 0,4% auf 229,2 Milliarden Kilowattstunden
zurückging.
Methodische Hinweise:
In der Statistik erfasst werden alle Kraftwerke und Erzeugungsanlagen
in Deutschland, die Strom in das Netz für die allgemeine Versorgung
einspeisen. Nicht enthalten ist zum Beispiel Strom, der in
Industriekraftwerken erzeugt und direkt in den Industriebetrieben
wieder verbraucht wird oder Strom, der durch Photovoltaik-Anlagen
privater Haushalte erzeugt und im Haushalt verbraucht wird. Die im
Inland erzeugte und ins Netz eingespeiste Strommenge ist auch deshalb
nicht gleichzusetzen mit dem Stromverbrauch, da auf dem Weg zu den
Verbrauchsstellen sogenannte Netzverluste auftreten sowie der Saldo
aus Stromimporten und -exporten berücksichtigt werden muss.
Weitere Informationen:
Weitere methodische Hinweise und Ergebnisse bietet die Themenseite
"Energieerzeugung" im Internetangebot des Statistischen
Bundesamtes.
https://www.destatis.de/DE/Themen/Branchen-Unternehmen/Energie/Erzeugung/_inhalt.html
Weitere Daten und lange Zeitreihen zur Monatserhebung über die
Stromein- und -ausspeisung bei Netzbetreibern können in der Datenbank
GENESIS-Online über die Tabelle stromeinspeisende Anlagen (43312-0001)
abgerufen werden.
https://www-genesis.destatis.de/datenbank/online/statistic/43312/details
Einen Überblick über den Stromverbrauch und die Rolle von
Stromimporten bietet das Erklärvideo "Woher kommt unser Strom?". Über
den Zuwachs an Photovoltaikanlagen in Deutschland informiert die
Pressemitteilung Nr. N034 vom 4. Juli 2025.
https://www.destatis.de/DE/Mediathek/Videos/strom.html
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/07/PD25_N034_43.html
Meldung inklusive Grafik und tabellarischer Übersicht:
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/09/PD25_326_43312.html?nn=2110
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Quelle:
DESTATIS - Pressemitteilung Nr. 326 vom 8. September 2025
Herausgeber:
Statistisches Bundesamt, Pressestelle
65189 Wiesbaden
Tel.: +49(0)611/75-34 44, Fax: +49(0)611/75-39 76
E-Mail: presse@destatis.de
Internet: www.destatis.de
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 26. September 2025
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