World Wide Fund For Nature
WWF-Pressestatement zum EU-Umweltrat - 18. September 2025
EU verspielt Zeit
Berlin, 18.9.2025: Mit der vertagten Entscheidung über das EU-Klimaziel 2040 und einer bloßen Absichtserklärung für den EU-Klimabeitrag zum Paris-Abkommen bleibt die EU hinter dem Notwendigsten zurück. Damit kann Europa keine konstruktive Rolle auf der internationalen Bühne einnehmen, kritisiert der WWF die Ergebnisse des EU-Umweltministertreffens am Donnerstag in Brüssel. Dazu sagt Viviane Raddatz, Klimachefin beim WWF Deutschland:
"Das Haus brennt, aber die EU entscheidet, die Feuerwehr lieber erst in ein paar Tagen zu rufen. Auch die zögerliche Haltung der deutschen Bundesregierung ist ausschlaggebend für dieses vertrauenszerstörende Vorgehen. Während die zigste Studie dieser Tage zeigt, dass Tausende Menschen in Europa durch Klimakrise-bedingte Hitze sterben, ist es enttäuschend, dass die EU-Staaten nicht gemeinsam vorangehen. Längst getroffene und sinnvolle Entscheidungen etwa zum weltweiten Ausstieg aus fossilen Energien werden verschleppt. Die Bundesregierung möchte in Zukunft die Erneuerbaren drosseln und auf mehr Gas setzen. Die dadurch erzeugte Unsicherheit schadet der Zukunftsausrichtung der deutschen Wirtschaft ebenso wie den Menschen hier, in Europa und weltweit, die letzten Endes für die Klimaschäden zahlen. Beim Klimagipfel des UN-Generalsekretärs nächste Woche wird die EU nun mit nahezu leeren Händen dastehen."
Zum Hintergrund:
Der EU-Umweltrat hätte an diesen Donnerstag über das EU-Klimaziel für
2040 und den europäischen Klimabeitrag zum Paris-Abkommen (NDC) für
2035 entscheiden müssen, auch um das NDC rechtzeitig vor der
UN-Deadline Ende September einzureichen. Doch beim Vorschlag von minus
90 Prozent Treibhausgasreduktion bis 2040 stehen einige Staaten auf
der Bremse. Das NDC sollte sich an einem ambitionierten Zielpfad bis
2040 orientieren - der Großteil der Reduktion muss so schnell wie
möglich erfolgen statt in späteren Jahren, damit sich nicht mehr und
mehr CO2 in der Atmosphäre sammelt. Nur die zeitnahe und umfassende
CO2-Reduktion kann das Temperaturlimit von 1,5 Grad des Pariser
Klimaabkommens in Reichweite bringen.
*
Quelle:
WWF Pressemitteilung, 18.09.2025
Herausgeber: WWF Deutschland
Reinhardtstraße 14, 10117 Berlin
Tel.: 030 311 777 - 0, Fax: 030 311 777 - 603
E-Mail: info@wwf.de
Internet: www.wwf.de
veröffentlicht in der Online-Ausgabe des Schattenblick am 19. September 2025
Zur Tagesausgabe / Zum Seitenanfang